1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Gruiten: Gruitener Fischteich mangelt es an Wasser

Gruiten : Gruitener Fischteich mangelt es an Wasser

Die Untere Wasser- und die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Mettmann wollen Anglern im Naturschutzgebiet entgegenkommen.

Das Schild verwirrt: "Private Teichanlage, Betreten und Angeln verboten, Eltern haften für ihre Kinder" ist darauf zu lesen, und als Verfasser: "Angelverein Gruiten". Doch von einem Teich ist im Düsseltal am Wanderweg A2 nicht viel zu sehen. Es handelt sich eher ein etwa 100 Meter langes und einige Meter breites Schlammbecken mit ein paar Rinnsalen darin. Die Erde in der Mitte ist schon so trocken, dass sie Risse aufweist. Die Quelle Schragen, die den Teich speist, sprudelt kaum noch, ist zeitweise versiegt. "Der Teich ist abgepumpt und soll entschlammt werden", erklärt Tim Wahle. Er hat mit Partnerin und Kind einen Spaziergang zu dem Grundstück unternommen, um sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen.

Der 33-Jährige ist seit etwa vier Jahren Mitglied im Gruitener Angelverein. "Wir sind nur rund 15 Mitglieder und angeln alle nicht viel", erzählt er. Die Karpfen, die den großen Teich bevölkerten, habe man in einen kleinen daneben umgesiedelt. "Ich angele zwar nur sehr selten, fände es aber schön, wenn wir den Teich wieder nutzen könnten", sagt Wahle. Beim Kreis Mettmann seien gleich zwei Ämter mit dem Fall befasst, erläutert eine Sprecherin. Neben der Unteren Wasserbehörde auch die Untere Landschaftsbehörde, weil das Gelände mitten in einem Naturschutzgebiet liegt. Am Montag habe ein Ortstermin stattgefunden. Der Angelverein wolle den Teich entschlammen und weiter betreiben. Was das Wasserrecht angehe, sei bereits ein Antrag gestellt worden: "Die wasserrechtliche Erlaubnis wird zurzeit geprüft."

Weil die Anlage im Naturschutzgebiet liegt, brauche der Verein auch eine Genehmigung von der Unteren Landschaftsbehörde: "Dieser Antrag muss noch eingereicht werden. Großen Spielraum hat die Behörde nicht. Wir versuchen aber, dem Verein entgegen zu kommen." Die Quelle Schragen liege auf einem Kalksteinrücken, dem "Gruiten-Dornaper-Massenkalkzug". Das Gebiet sei deshalb sehr trocken.

In Gruiten ist man schon seit längerem in Sorge, dass der Kalkabbau in Wuppertal-Dornap den Grundwasserspiegel negativ beeinflussen könnte. Das Unternehmen Iseke möchte den Abbau in der Grube Osterholz von derzeit 73 Metern über Meereshöhe auf 30 Meter über Normal-Null vertiefen. Damit der Arbeitsraum trocken bleibt, muss massenhaft Grundwasser abgepumpt werden. Es wird befürchtet, dass sich dadurch die Grundwasserscheide zwischen Gruiten und Erkrath verschieben könnte. Vor drei Jahren beispielsweise versiegte die Quelle Schragen, die auch Teiche der Gruitener Sportangler speist. Das Aachener Ingenieurbüro Heitfeld-Schetelig hält es jedenfalls für wahrscheinlich, dass sich die für den Kalkabbau nötige "Sümpfung" negativ auf die Grundwasser-Landschaft im Gruiten-Dornaper Massenkalkzug und die angrenzenden Schiefergebiete westlich von Gruiten auswirkt. Genau lassen sich Wirkungen nicht vorhersehen.

(RP/rl)