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Bürgermeisterin veröffentlicht ihr Gehalt

Hilden : Was städtische Chefs verdienen

Die Geschäftsführer aller städtischen Gesellschaften müssen ihre Bezüge veröffentlichen. Bürgermeisterin Birgit Alkenings tut das auch – freiwillig.

Birgit Alkenings (ledig, keine Kinder) hat 2018 ein Bruttojahresgehalt inklusive Nebeneinnahmen von 124.820 Euro erhalten. Bürgermeister müssen dem Stadtrat nur ihre Einnahmen aus Nebentätigkeiten anzeigen. Alkenings macht aus ihrem Gehalt kein Geheimnis und zeigt auch das an.

André von Kielpinski-Manteuffel leitet drei Gesellschaften in Personalunion. Foto: WGH

Damit steht sie im Vergleich zu ihren Amtskollegen in der Region ziemlich allein da: „Es zu veröffentlichen, gehört für mich bei öffentlichen Ämtern dazu.“ Die Bürgermeisterin hatte im vergangenen Jahr 33 Nebentätigkeiten. Zehn wurden vergütet mit insgesamt 13.678 Euro. Die darf sie behalten bis zu einer Höchstgrenze von 14.400 Euro sieht die Nebentätigkeitsordnung für den öffentlichen Dienst vor. Ihre Angaben sind auch auf der Homepage der Stadt unter www.hilden.de veröffentlicht.

Hans-Ullrich Schneider ist Geschäftsführer der Stadtwerke Hilden. Foto: Stadtwerke_Hilden

Stadtverwaltungen sind mit Wirtschaftsunternehmen zu vergleichen, schaut man sich ihre Bilanz und die Zahl der Mitarbeiter an. Birgit Alkenings ist Chefin von mehr als 900 Mitarbeitern und verantwortet in diesem Jahr ein Budget von gut 172,5 Millionen Euro.

Die Sparkassen-Chefs (v.l.) Wolfgang Busch, Jörg Buschmann und Josef Stopfer. Foto: Blazy, Achim (abz)

Die Geschäftsführer von städtischen Gesellschaften verdienen weitaus mehr als die Repräsentantin der Stadt. Sie müssen seit 2015 ihre Bezüge im Bundesanzeiger veröffentlichen. Das gilt übrigens auch für die Einzelbeträge, die Aufsichtsräte erhalten.

Zu den Spitzenverdienern zählen die Sparkassen-Vorstände. Jörg Buschmann ist Chef der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert. Sie beschäftigte 2017 (aktueller Zahlen liegen nicht vor) 692 Mitarbeiter und erzielte bei einem Bilanzvolumen von 3339,5 Millionen Euro einen Gewinn von 4,403 Millionen Euro. Buschmann erhielt als Vorstandsvorsitzender ein Gehalt von 471.700 Euro pro Jahr, sein Stellvertreter Wolfgang Busch 455.100 Euro und Vorstand Josef Stopfer 435.300 Euro. Hinzu kommen Pensionsansprüche. Für Buschmann betrugen sie 2017 4,181 Millionen Euro, für Busch 3,763 Millionen Euro und für Stopfer 3,207 Millionen Euro.

Der Chef der Hildener Stadtwerke, Hans-Ullrich Schneider, erhielt 2017 ein Bruttogehalt von 242.000 Euro im Jahr. Seine 152 Mitarbeiter erwirtschafteten einen Umsatz von gut 63 Millionen Euro und erzielten einen Gewinn von 2,889 Millionen Euro. Schneider ist auch noch Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Hilden mbH, der Wasserwerk Baumberg GmbH und der Infrastrukturentwicklungsgesellschaft Hilden mbH. Diese Aufgaben erledigt er zusätzlich neben seiner Hauptaufgabe oder ganz ohne Gehalt.

So ähnlich ist es auch bei Andre von Kielpinski-Manteuffel. Er ist Geschäftsführer der Grundstücksgesellschaft Stadtwerke Hilden mbH. Sein Gehalt kann man nur schätzen. Laut Beteiligungsbericht der Stadt beschäftigt die GmbH einen Geschäftsführer in Vollzeit (Manteuffel), drei Teilzeitstellen und einen geringfügig beschäftigten. Für alle zusammen fiel 2017 ein Personalaufwand von 192.000 Euro an. Manteuffel ist dazu aber auch noch Geschäftsführer der  Infrastrukturentwicklungsgesellschaft Hilden mbH und der WGH Wohnungsbaugesellschaft Hilden. Letztere bewirtschaftet 210 Wohnungen, darunter sind 143 öffentlich gefördert. Die WGH selbst beschäftigte 2017 nur eine Büroaushilfe. Der Geschäftsführer ist laut Beteiligungsbericht nicht bei der WGH angestellt (Gehaltszahlungen entfallen), die Bürgermeisterin und der Kämmerer besitzen Prokura.

Die Stadt Hilden ist die einzige Stadt im Kreis Mettmann, die eigene Altenheime betreibt. Die Gemeinnützigen Seniorendienste „Stadt Hilden“ GmbH haben einen sehr guten Ruf und schreiben zuverlässig schwarze Zahlen. Sie beschäftigen rund 280 Mitarbeiter und betreiben unter anderem zwei stationäre Pflege- und Betreuungseinrichtungen mit 125 und 93 Plätzen, eine teilstationäre Tagespflegeeinrichtung mit zwölf Plätzen, 42 Seniorenwohnungen und 43 Betreute Wohnungen. Die Seniorendienste erwirtschafteten 2017 bei einem Umsatz von 12,1 Millionen Euro einen Überschuss von 59.000 Euro. Geschäftsführer Holger Reinders erhielt 2017 ein Bruttogehalt von 156.000 Euro (ab 2018 ist Beate Linz-Eßer Geschäftsführerin).