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Grevenbroich: Sicherheitsauflagen für Narren

Grevenbroich : Sicherheitsauflagen für Narren

Noch nie mussten die Karnevalisten so viele Auflagen für die Sicherheit beachten wie in diesem Jahr. Das liegt auch an der Katastrophe bei der Loveparade. Die Jecken haben Verständnis, fürchten aber auch höhere Kosten.

TÜV-Abnahmen, Wasserproben, Sicherheitskonzepte: Die Grevenbroicher Karnevalsvereine müssen für ihre Umzüge und Feiern in diesem Jahr schärfere Vorschriften als je zuvor beachten. Besonders nach der Katastrophe bei der Loveparade im vergangenen Jahr stehen Großveranstaltungen auch im Karneval unter besonderer Beobachtung. Die NGZ gibt einen Überblick.

Wagen Ein besonderes Augenmerk legt die Grevenbroicher Stadtverwaltung inzwischen auf die Fahrzeuge, die bei den Umzügen dabei sind. "Da wurden die Auflagen deutlich verschärft", sagt Stephan Tups vom Bereich Verkehrslenkung bei der Stadtverwaltung. So müssen die Fahrzeuge etwa mit Sitzplätzen ausgerüstet sein und einer Sicherheitsverkleidung, damit Kinder nicht unter die Räder geraten können. Auch die Kontrolle wurde verschärft: Ab diesem Jahr müssen auf Bestreben der Landesregierung alle Wagen vor den Umzügen vom TÜV abgenommen werden – früher hatten die Vereine eine Ausnahmegenehmigung erhalten.

Mitfahrer und Ordner Für das Verhalten der Mitfahrer auf den Umzugswagen gibt es strengere Vorgaben. Die kommen vom Kreis und gelten bereits seit der vergangenen Session – also nicht erst seit der Loveparade-Katastrophe. So dürfen die Wagen nur im Schritttempo fahren, bei der An- und Abfahrt darf niemand mitfahren. Neben den Wagen müssen vier bis sechs Ordner aufpassen. Die Karnevalsvereine haben sich darauf vorbereitet. Die Orkener "Grielächer" etwa haben Reflektorwesten für die Ordner angeschafft, an die Teilnehmer des Orkener Umzugs wurde eine Kopie der verlängerten Auflagenliste verteilt. "Wir haben für die Auflagen Verständnis", sagt Vorsitzender Hubert Landsch, auch die anderen Vereine sehen das so.

Feiern im Festzelt Besonders verschärft wurden die Sicherheitsvorgaben für Feiern im Festzelt – eine direkte Folge von Duisburg, die auf einen Erlass des Innenministers zurückgeht. Das merkt etwa der "Närrische Sprötz-Trupp" Gustorf. Die Jecken mussten erstmals ein Sicherheitskonzept für ihre Veranstaltung einreichen, in dem sie etwa die Zahl der Ordner und die Fluchtwege angeben. "Ich finde das etwas übertrieben", sagt der Vorsitzende Ewald Wörmann. Schließlich stiegen durch mehr bürokratischen Aufwand die Kosten. "Ich habe die Befürchtung, dass sich das irgendwann nicht mehr rechnet."

Wasser Ziemlich überrascht hat die Grevenbroicher Karnevalisten eine weitere neue Auflage: Die Wasseranschlüsse zu den Festzelten, etwa auf dem Schützenplatz in Gustorf oder dem Kirmesplatz in Hemmerden, mussten im Vorfeld untersucht werden. Durch eine Probe mussten die Karnevalisten nachweisen, dass das Wasser auch trinkbar ist.

(NGZ)