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Grevenbroich: Stadt führt neue Steuer ein

Grevenbroich : Stadt führt neue Steuer ein

Die Stadt führt eine neue Steuer ein: Wer eine Zweitwohnung in Grevenbroich hat, soll künftig zur Kasse gebeten werden. Kämmerin Monika Stirken-Hohmann rechnet mit jährlichen Mehreinnahmen von 153.000 Euro.

Zweitwohnungs-was? In den meisten Presseämtern der kreisangehörigen Kommunen ist die Steuer noch unbekannt — etwa in Rommerskirchen, Dormagen und Kaarst. In Neuss hat der Stadtrat im Dezember einmal darüber diskutiert. "Das Thema ist aber zu den Akten gelegt worden. Wir wollten keine weiteren Steuern erheben", argumentiert Stadtsprecher Peter Fischer. Anders in Grevenbroich: Hier soll die Zweitwohnungssteuer eingeführt werden. Voraussichtlich zum 1. Januar nächsten Jahres.

Wer zum Beispiel in Hamburg lebt und eine Zweitwohnung in Grevenbroich besitzt, soll künftig zur Kasse gebeten werden. "Genau wie alle anderen Grevenbroicher nutzen auch diese Leute die Infrastruktur der Stadt — also Straßen oder kulturelle Einrichtungen", erklärt Kämmerin Monika Stirken-Hohmann. Dafür sollen künftig Steuern gezahlt werden. Die Finanzchefin aus dem Rathaus will so jährlich maximal 153.000 Euro zusätzlich für den städtischen Haushalt einnehmen — das ist ihr Ziel.

Wie die Steuer gestaltet werden soll, ist noch nicht klar. Eine Möglichkeit: Die Stadt verlangt zehn Prozent der Jahreskaltmiete — also der Miete ohne Heiz- und Nebenkosten. Bei einer Kaltmiete von monatlich 200 Euro (2400 Euro jährlich) würde die Steuer 240 Euro im Jahr betragen. "Es ist auch möglich, dass wir einen fünfprozentigen Satz verlangen. Am Ende muss nur das Konsolidierungsziel erreicht werden", so die Kämmerin. Wie viele Zweitwohnungen es in Grevenbroich gibt, sollen nun die Mitarbeiter des zuständigen städtischen Fachbereichs ermitteln: "Das ist eine aufwendige Arbeit, die sich aber durch die Einnahmen bezahlt machen wird", unterstreicht Monika Stirken-Hohmann.

Mönchengladbach hat diese Steuer bereits 2010 eingeführt — übrigens auf Vorschlag der Gutachter von Rödl & Partner, die auch im Grevenbroicher Rathaus aktiv waren. "Wir gehen von Mehreinnahmen aus der Zweitwohnungssteuer von 180.000 Euro jährlich aus", erklärte Sprecher Wolfgang Speen. Erwarteter und erfreulicher Nebenaspekt für die Vitusstädter: Als die Medien über die Einführung der neuen Steuer berichteten, wurden etwa 100 Nebenwohnsitze zum Erstwohnsitz erklärt. "Das wirkt sich für die Stadt Mönchengladbach positiv aus, weil die Schlüsselzuweisungen des Landes dadurch steigen", betont Speen.

Der Grevenbroicher Finanzausschuss hat sich für die neue Steuer ausgesprochen. Der Rat wird darüber noch diskutieren.

(NGZ)