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Grevenbroich: Neue Modelle fürs Schlossbad

Grevenbroich : Neue Modelle fürs Schlossbad

Das Gas- und Wasserwerk hat seinem Aufsichtsrat gestern acht Modelle für die Zukunft des Schlossbades vorgestellt. Die Variationen reichen von der Sanierung bis zum Neubau – sie werden nun den Fraktionen vorgestellt.

Es gibt acht Varianten für die Zukunft des in die Jahre gekommenen Schlossbades. Sie reichen von der einfachen Sanierung bis hin zum Neu- und Ausbau mit Wasserrutsche, Sprungtürmen und Sauna. Hinter verschlossenen Türen wurden die unterschiedlichen Modelle gestern dem Aufsichtsrat des Gas- und Wasserwerks (GWG) vorgestellt. Die Gesellschaft plant, das Stadtbad zu übernehmen. Voraussetzung: Es muss sich rechnen.

"Das war eine hochinteressante Präsentation", resümierte Bürgermeisterin Ursula Kwasny nach der Sitzung in der GWG-Zentrale an der Nordstraße. Einzelheiten wollte die Verwaltungschefin noch nicht bekanntgeben: "Die verschiedenen Modelle werden erst einmal den Ratsfraktionen vorgestellt. Anschließend muss der Bäderausschuss darüber entscheiden, welche Variante er favorisiert." Willi Peitz wird die Präsentation bei den Parteien übernehmen: "Das geschieht möglichst schnell, in den nächsten beiden Wochen", signalisiert der Geschäftsführer des Gas- und Wasserwerks auf NGZ-Anfrage.

Je nach Modell wird das "neue Schlossbad" mit einer Summe zwischen sechs und zwölf Millionen Euro zu Buche schlagen. Neben dem Invest wird Peitz den Politikern auch die zu erwartenden Betriebskosten vorstellen. "Sobald sich die Fraktionen für eine der Varianten entschieden haben, geht diese zurück in den Aufsichtsrat", erläutert Norbert Gand, der Vorsitzende dieses GWG-Gremiums. In dieser Runde wird dann darüber entschieden, ob das Gas- und Wasserwerk künftig auch ein Schwimmbad betrieben wird.

Die Stadt muss trotz eines Haushaltsdefizits von aktuell 21 Millionen Euro tüchtig in das Bad investieren. "Sonst müsste es in drei, spätestens vier Jahren geschlossen werden", meint Gand. Die Stadt könne damit kein Schulschwimmen mehr sicherstellen, müsste Kinder und Jugendliche mit Bussen in umliegende Städte transportieren. "Die Fraktionen haben sich daher für einen Neubau entschieden. Jetzt müssen sich die Fraktionen dazu äußern, ob sie ein familienfreundliches Bad wollen – etwa mit Lehrbecken, einem konventionellen Freibad oder einem Naturteich", so der Aufsichtsratschef.

Wenn es wirtschaftlich machbar ist, sollte GWG Betreiber des Schlossbades werden, meint Gand: "Dann könnten auch steuerliche Vorteile genutzt werden." Allerdings bleibe ein Bad immer ein Zuschussgeschäft – schon heute müsse die Stadt jährlich mehr als eine Million Euro in die Schwimmstätte investieren. Die Kosten müssten daher mit den GWG-Gewinnen, die der Stadt zufließen, gedeckt werden. "Einer anderen Lösung würde der Aufsichtsrat nicht zustimmen", erklärt Norbert Gand.

Die Entscheidung wird am 17. Juni fallen, dann trifft sich das Gremium zur nächsten Sitzung.

(NGZ)