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Grevenbroich: Nach der Demo: Ist die Erfthalle noch zu retten?

Grevenbroich : Nach der Demo: Ist die Erfthalle noch zu retten?

Bürgermeisterin Ursula Kwasny hat den 400 Demonstranten aus Neurath und Frimmersdorf am Donnerstag ein wenig Hoffnung gemacht: Angeblich gibt es einen Interessenten, der die Erfthalle im Sinne der Vereine übernehmen will. Doch wer ist dieser Investor – und meint er es wirklich ernst?

Am Tag nach der Demo gibt sich die Verwaltungschefin verschlossen: "Ja, wir stehen in Gesprächen mit einem möglichen Investor, der aus der Veranstaltungs-Branche kommt. Seinen Namen möchte ich aber noch nicht nennen." Wie Kwasny erläutert, habe dieser Interessent angeboten, die Frimmersdorfer Erfthalle zu übernehmen.

Unter einer Voraussetzung: Die Stadt muss die notwendigen Brandschutzauflagen erfüllen. "Dann wäre er bereit, das Gebäude in der Art zu öffnen, wie es die Vereine wollen. Es soll auch in Zukunft eine Eventhalle sein", sagt Kwasny. Sie will die Gespräche nun fortsetzen und die Mitglieder des "Aktionsbündnisses" am 12. April über die bis dahin vorliegenden Ergebnisse informieren. Ihre Einschätzung zum potenziellen Investor: "Ich traue es ihm zu, dass er in der Lage ist, die Halle zu betreiben."

Laut Stadt müssen alleine rund 700 000 Euro in den Brandschutz investiert werden. "Ein Gutachten dazu gibt es aber nicht, diese Zahl beruht auf einer Schätzung des zuständigen Fachbereichs", erklärt die Bürgermeisterin. Die genauen Kosten will sie dem "Aktionsbündnis" im April vorlegen.

Die Erfthalle war auch nach der Demo im Stadtrat ein Thema. Für eine Lösungsfindung müssten alle Fakten auf den Tisch, war bei mehreren Etatreden der Fraktionen zu hören. "Wir verstehen die Verärgerung der Bürger. Die Politik hat kaum Investitionen in die Halle getätigt, das müssen wir uns alle ehrlich eingestehen", sagte Horst Gerbrand (SPD). Er forderte einen "ergebnisoffenen Prozess". Sollte die Halle nicht zu retten sein, müsse für Frimmersdorf ein anderes "kultureles oder sportliches Angebot" her.

Für einen Abriss votierte unmissverständlich lediglich Dirk Gawlinski (Grüne): Das "Wir wollen keinem wehtun"-Spiel müsse ein Ende finden. "Solch eine Halle ist an mehr als 300 Tagen nutzlos und verschlingt Geld, das an anderer Stelle fehlt."

CDU-Fraktionschef Norbert Gand konnte sich dagegen gestern eine ganz andere Lösung vorstellen – "die Erfthalle für den symbolischen Betrag von einem Euro in die Hände der Vereine zu geben".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Demo für Erfthalle und Haus Neurath

(NGZ)