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Grevenbroich: Demo für die Erfthalle

Grevenbroich : Demo für die Erfthalle

Etwa 400 Menschen aus dem Grevenbroicher Süden zogen am Donnerstag vor das Alte Rathaus. Dort demonstrierten sie für den Erhalt von Erfthalle und Haus Neurath. Bürgermeisterin Ursula Kwasny gab ihnen ein wenig Hoffnung.

Es war eine friedliche, aber dennoch machtvolle Demonstration: Knapp 400 Menschen zogen am Donnerstag mit Spruchbändern auf den Marktplatz, formulierten ihre Forderungen und sangen gemeinsam den melancholischen „Bläck Fööss“-Titel „En unserem Veedel“ – auf Wunsch der Bürgermeisterin sogar zwei Mal.

Die Erfthalle ist vom Abriss, das Haus Neurath von der Schließung bedroht. Das will das Aktionsbündnis der Vereine aus dem Grevenbroicher Süden nicht hinnehmen. Die Mitglieder organisierten Megafone, Trillerpfeifen, Fahnen und ein Tambourkorps und zogen gegen 17 Uhr in geballter Formation vor dem Alten Rathaus auf.

„Das ist sicherlich keine alltägliche Demo“, gab Mitglied Willi Spieß angesichts von Marschmusik und Gesangseinlagen zu – doch: „Wir stehen hier fest für den Erhalt der beiden Gebäude, die uns mehr Lebensqualität in den Orten geben. Uns ist es sehr ernst. “

Das machte auch der Frimmersdorfer Hans Brüggen deutlich. Er warf der Stadt vor, die Verträge von 1975 gebrochen zu haben, die den Immobilien einen Bestandsschutz garantieren würden. Und: „Wir zweifeln daran, dass die Sanierung der Erfthalle 1,5 bis zwei Millionen Euro kosten soll.“ Die Stadt jongliere mit Zahlen, die sie bislang nicht habe belegen können. Das Aktionsbündnis gehe davon aus, dass eine Renovierung mit weitaus weniger Geld zu stemmen sei.

Bürgermeisterin Ursula Kwasny – sie ist selbst Neuratherin – gab den Demonstranten ein wenig Hoffnung. In Sachen Haus Neurath stehe die Stadt in guten Gesprächen – und: „Für die Erfthalle werden wir auch einen Weg finden“, meinte sie. Aktuell gebe es einen Interessenten für das Gebäude, die Chancen für eine Übernahme bewertete die Verwaltungschefin mit „50 zu 50“. Zudem sagte Kwasny zu, das Aktionsbündnis über alle Gutachten zur Erfthalle zu informieren: „Das ist versprochen. Wir spielen mit offenen Karten.“

Hubert Geritan, Präsident des Bürgervereins, und Wolfgang Maaßen, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Frimmersdorf, hatten zuvor die Notwendigkeit der Halle für die örtlichen Vereine unterstrichen. Gerade für die Schützen sei sie wichtig, erklärte Geritan: „Denn wir haben keinen Platz für ein Festzelt in unserem Dorf.“

Willi Spieß machte zum Schluss der einstündigen Demo deutlich: Sollte der von Ursula Kwasny genannte Investor lediglich an den Grundstücken rund um die Halle interessiert sein, müsse er in die Pflicht genommen werden: „Zwischen den beiden Orten muss er eine neue Festhalle für 800 Menschen mit Gastronomie, Kegelbahn und Kirmesplatz errichten.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Demo für Erfthalle und Haus Neurath

(NGZ)