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Grevenbroich: Dosenbier löst Groß-Einsatz der Feuerwehr aus

ABC-Alarm in Grevenbroich : Dosenbier-Paletten lösen großen Feuerwehreinsatz aus

Weil ihnen eine verdächtige Flüssigkeit gemeldet wurde, rückte die Feuerwehr mit Spezialausrüstung aus. Als sie vorsichtig die Tür eines Lastwagens öffneten, stießen sie zwar nicht auf Gefahrgut. Dafür aber auf jede Menge Bier.

Eine nicht nur im Rheinland bei vielen beliebte Flüssigkeit hat am Dienstagnachmittag für einen großen Gefahrguteinsatz in Grevenbroich gesorgt: „Gerstensaft“. Doch um was es sich in dem Laster auf der verlängerten Lindenstraße handelte, hatten die rund 60 Einsatzkräfte von Feuerwehr und anderen Organisationen zunächst nicht gewusst.

Alarm geschlagen hatte ein  Lkw-Fahrer, der neben einem solo abgestellten Auflieger auf eine gelblich-braune Flüssigkeit auf dem Boden gestoßen war. Zudem fand er einen toten Vogel und bemerkte einen durchdringenden Geruch. Aufgrund der unklaren Lage gab die Leitstelle gegen 17.15 Uhr ABC-Land-Alarm. „Der Lkw-Fahrer hat völlig richtig gehandelt“, erklärt Feuerwehr-Sprecher Thomas Kuhn. „Bei solchen Gefahrguteinsätzen gehen wir erst einmal vom Schlimmsten aus.“

Dementsprechend wurde das „große Besteck“ aufgeboten. Neben der hauptamtlichen Wache rückten mehrere Löschzüge an. „Gefahrguteinsätze sind sehr personalintensiv“, schildert Kuhn. Weit hatten es die Hauptamtler und der Löschzug Stadtmitte von der Feuerwache an der Lilienthalstraße nicht, der Einsatzort lag wenige hundert Meter entfernt. Auch der Fachberater Chemie sowie stellvertretender Kreisbrandmeister Heinz-Dieter Abels und ein Vertreter der Unteren Wasserbehörde eilten herbei.

Zwei Feuerwehrleute legten rote Vollschutz-Anzüge an und öffneten dann vorsichtig die Tür des Lasters. Dort stießen sie nicht auf Gefährliches, sondern auf jede Menge Bier. „Palettenweise lagerten im Fahrzeug Dosen“, so die Beschreibung der Ladung, unter anderem mit niederländischem, belgischem, polnischem und spanischem Bier. „Mehrere Paletten waren umgekippt, etliche Dosen waren leck geschlagen“, schildert der Feuerwehr-Sprecher.  „Es schimmelte und gärte bereits“,  Doch um Gefahrgut habe es sich nicht gehandelt, „höchstens für die Leber“, sagt Kuhn im Scherz. Da sich laut der Wehr am abgestellten Auflieger keine Kennzeichen befunden haben, wurde nach dem Einsatz das Ordnungsamt der Stadt aktiv.