Grevenbroich: Gefahr: Stadtwald wird für Besucher gesperrt

Grevenbroich: Gefahr: Stadtwald wird für Besucher gesperrt

Nach dem Orkan darf der Wald zwischen Frimmersdorf und Kapellen nicht betreten werden. Der Tierpark bleibt für Wochen geschlossen.

Ein Bild der Verwüstung hat das Orkantief "Ela" im Grevenbroicher Wildgehege hinterlassen. Große Teile des beliebten Naherholungsziels im Bend wurden in der Montagnacht komplett zerstört. Der Sturm knickte bis zu 35 Meter hohe Bäume wie Streichhölzer, die mächtigen Stämme zermalmten Zäune, Gatter und Schutzhütten. "Die Räum- und Reparaturarbeiten werden Wochen, wenn nicht Monate dauern", sagt Stadtförster Frank Wadenpohl (53). Der wirtschaftliche Schaden dürfte immens sein, noch lässt er sich nicht beziffern.

Drei Rehe wurden von umstürzenden Bäumen getötet, etwa 40 Tiere flüchteten durch die offenen Zäune. "Instinktiv haben sie aber alle bis Dienstagabend wieder den Weg zurück ins Tiergehege gefunden", schildert Wadenpohl. Ein Teil von Dam- und Sikawild wird vorerst behelfsmäßig untergebracht, erst müssen Gatter repariert und umgestürzte Bäume entfernt werden.

Stark hat es auch den Kinderspielplatz am Streichelgehege getroffen, die meisten Geräte - darunter der große Rutschenturm - wurden zerstört. Und auch ein Teil der Grillhütte wurde in Mitleidenschaft gezogen. "Sie ist bereits für viele Veranstaltungen im Sommer gebucht worden, das müssen wir nun alles absagen", berichtet der 53-Jährige. Dies habe aber weniger mit den Zerstörungen, sondern vielmehr mit dem generellen "Betretungsverbot" zu tun, das für den gesamten Stadtwald zwischen Frimmersdorf und Kapellen ausgesprochen wurde.

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"Es ist lebensgefährlich, den Wald zu betreten", macht Frank Wadenpohl klar. Denn an- und umgeknickte Bäume drohen jederzeit umzustürzen, darüber hinaus liegen in vielen Baumkronen dicke Äste, die herunterfallen könnten. "Leider ignorieren viele Spaziergänger und Jogger unsere Absperrungen", beklagt der Stadtförster kopfschüttelnd: "Das ist ein Riesen-Leichtsinn." Damit der Wald entlang der Erft so schnell wie möglich wieder als Naherholungsziel freigegeben werden kann, wird sich die achtköpfige Forstkolonne der Wirtschaftsbetriebe zunächst auf die Verkehrssicherung konzentrieren und alle riskanten Punkte entfernen. "Das wird vielleicht vier Monate dauern", schätzt Wadenpohl. Genau weiß er das aber nicht, denn noch liegt kein komplettes Schadensbild vor.

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"Der Orkan war für uns eine lokale Katastrophe", resümiert der Förster und meint: "Nach dem Sturm ist der Wald nicht mehr das, was er vorher einmal war." Viele alte Bäume, die das Bild des Grevenbroicher Forsts lange Zeit prägten, sind buchstäblich weggefegt worden, darunter etwa die Hälfte der Kastanien im Wevelinghovener Stadtpark oder eine der mächtigen Eschen an der Villa Erckens. Zudem wurde ein großer Teil der in den vergangenen Jahrzehnten geleisteten Forstarbeit zunichte gemacht: "Als Alternative zur Pappelkultur haben wir Stieleichen, Kirschen oder Ulmen gesetzt - viele dieser Bäume gibt es nun nicht mehr. Da können wir von vorne anfangen", so Wadenpohl.

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Ob sich ein Teil der umgestürzten Bäume noch wirtschaftlich verwerten lässt, wird in den nächsten Wochen geprüft. "Viele der Stämme sind regelrecht zersplittert und eigenen sich nur noch als Brennholz", sagt der Stadtförster. Das soll voraussichtlich im Herbst an Interessierte abgegeben werden.

(NGZ)
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