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Grevenbroich: Flutgraben-Quartier: Bunker wird abgerissen

Grevenbroich : Flutgraben-Quartier: Bunker wird abgerissen

Der Bunker an der Zumbuschstraße weicht der Modernisierung des Flutgraben-Quartiers. Der Bauverein errichtet dort neue Wohnungen.

Der Schuttberg sieht aus wie ein Schlachtfeld. Unaufhörlich zerlegen Hendrik Lohmann und seine Kollegen den alten Bunker an der Zumbuschstraße in seine Einzelteile. Im Bagger rollt Lohmann über die Baustelle, mit lautem Rattern wird der Beton kleingeschlagen. "Nach Karneval sind wir fertig", sagt Lohmann. Der Abriss des Bunkers erfolgt im Auftrag des Bauvereins. Dieser treibt damit die Modernisierung des Flutgraben-Quartiers voran.

So sah das Innere des Bunkers bei der Begehung im vergangenen Jahr aus. Foto: Quasten und Mundt

Neben dem Bunker werden bei diesem Schritt des Bauprojektes auch acht Reihenhäuser abgerissen. Eine Sanierung der mehr als 60 Jahre alten Gebäude wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen. Im Anschluss sollen ein Zwölf- und ein 18-Familienhaus errichtet werden. Das Investitionsvolumen für den Bau der Gebäude beläuft sich inklusive Abriss der Reihenhäuser und des Bunkers auf 4,8 Millionen Euro.

In Räumen wie diesem fanden insgesamt 200 Bürger im Krieg Schutz. Foto: Quasten und Mundt

Michael Nowack, Vorstand des Bauvereins, ist zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten wird. "Das Zwölf-Familienhaus soll im Dezember fertig sein. Mit dem Bau des 18-Familienhauses wird zeitverzögert begonnen", sagt er. "Dieses Gebäude wird im März 2014 bezugsfertig sein." Geheizt werde mit Erdwärme. Ein Teil der insgesamt 30 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen wird öffentlich gefördert.

Mit den beiden Gebäuden wird das neue Wohnquartier am Flutgraben weiter vorangetrieben. Hervorgegangen ist die Modernisierung aus dem Handlungskonzept Grevenbroich-Stadtmitte. "Das setzen wir nach und nach um", sagt Nowack. Zwischen den neuen Gebäuden sollen Grünanlagen angelegt werden. Die Wohnflächen in den beiden Mehrfamilienhäusern liegen zwischen 47 Quadratmeter (Ein-Zimmer-Appartements) und 92 Quadratmeter (Vier-Zimmer-Wohnungen).

Zeitgleich mit dem Abriss treibt der Bauverein auch die Dokumentation über den alten Bunker voran. Bereits bei der Öffnung des lange Jahre versiegelten stollenartigen Baus war umfangreiches Video- und Fotomaterial angefertigt worden. Der alte Bunker war Ende des Zweiten Weltkriegs errichtet worden und bot etwa 200 Bürgern Schutz in den Bombennächten. Auch eine Kartierung des wegen seiner Bauweise sogenannten Stollentiefbunkers wurde vor dem Abriss vorgenommen. "Das Material soll dem Geschichtsverein überreicht werden", sagt Nowack.

Der Geschichtsvereins-Vorsitzende Friedrich Schmitz kennt sich mit Bunkern in der Schlossstadt bereits aus. Er hat einen Bericht über die Anlagen in der Schlossstadt verfasst, der 2010 im Jahrbuch des Bürgerschützenvereins veröffentlicht wurde. Der verwinkelt unter der Zumbuschstraße angelegte Bunker wird in Kürze ebenfalls endgültig Geschichte sein.

(NGZ)