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Grevenbroich: Elsener baut Schiffsanker auf den Philippinen

Grevenbroich : Elsener baut Schiffsanker auf den Philippinen

50 Jahre hat Dietmar Siebert in Elsen gewohnt, zur Jahreswende packte der Weltenbummler endgültig die Koffer, lebt jetzt auf den Philippinen. Sein Handwerk: Anker aus Edelstahl, die er auf der "boot" verkauft.

Noch bis Sonntag läuft in Düsseldorf die weltweit größte Wassersportmesse, die "boot". In einer der 17 Messehallen präsentiert sich auch ein Grevenbroicher: 50 Jahre lang hat Dietmar Siebert in Elsen gewohnt, bis er zur Jahrtausendwende seine Koffer in die Hand nahm und auf die Philippinen auswanderte. Dort genießt der 70-Jährige das Rentner-Dasein – so ganz ohne Arbeit hält er es aber nicht aus: Siebert hat sich auf den Bau von Edelstahl-Ankern spezialisiert, die er auf der "boot" anbietet.

"Ich habe vor einigen Jahren in Grevenbroich ein eigenes Schiff gebaut. Acht Jahre lang habe ich daran gebastelt. Das war eine 18 Meter lange Segelyacht, die ich komplett von Hand ausgebaut habe. Und da die Arbeit mit Metall mir besonders liegt, habe ich mich anschließend auf den Ankerbau spezialisiert", sagt Dietmar Siebert. "Da ich jetzt Rentner bin, ist das gewissermaßen mein Hobby."

Die Anker, die er in der Halle 11 der "boot" zeigt, sind fein gearbeitete Kunstwerke aus Edelstahl, die er in Handarbeit herstellt. "Bis zu 150 Kilo wiegt so ein Anker", sagt Siebert. "Die Anker sehen so gut aus, weil ich sie geschweißt, geschliffen und auf Hochglanz poliert habe, außerdem ist ihre Haltekraft sehr gut." Die Anker eignen sich für Boote verschiedener Größen bis zu einer Bootsklasse von 30 Metern. Dietmar Sieberts Edelstahlanker sind auf der Messe ein einzigartiges Produkt. "Das ist qualifizierte Handarbeit, denn ich komme aus dem Metallfach." Und genau diese gute Qualität schätzen seine Kunden an Sieberts Arbeit. Oft sind es private Yachtbesitzer, die ihrem Boot ein nicht nur notwendiges, sondern auch schickes Accessoire gönnen.

Die Anker fertigt Siebert übrigens nicht auf den Philippinen, sondern bei seinen Besuchen in Grevenbroich und Neuss. "Die könnte man ja gar nicht transportieren lassen." So wohnt und arbeitet er im Sommer und vor der Messe etwa bei Autohändler Herbert Geissel in Neuss.

Dietmar Siebert war schon immer ein Abenteurer und Weltenbummler. "Ich habe einige Jahre in Kanada und Südafrika gelebt, war in Persien und an der Elfenbeinküste. Ich war Fallschirmjäger und bin zur See gefahren. Von der Welt habe ich viel gesehen. Nun habe ich mir auf den Philippinen ein neues Leben aufgebaut. Ich bin mit einer Philippina verheiratet, habe sogar einen acht Monate alten Sohn."

Die Rückkehr in seine alte Heimat ist für Dietmar Siebert dennoch jedes Mal ein besonders schöner Moment: "Ich bin gern in Grevenbroich und kenne hier noch viele Menschen."

(NGZ)