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Grevenbroich: Erfthalle kostet zwei Millionen

Grevenbroich : Erfthalle kostet zwei Millionen

Die Rettung der Erfthalle mit ihren Brandschutzmängeln wird schwer. Es gibt viel zu tun, und es ist kaum bezahlbar. Doch Politik, Verwaltung und Vereine wollen nach einer Infoveranstaltung anpacken, vereinbarten erste Schritte.

Rund 1,5 bis zwei Millionen Euro kostet die Sanierung der Erfthalle. Was Gebäudemanagement-Leiter Dirk Schwarz präsentierte, ließ viele im Saal kräftig schlucken. Bürgermeisterin Ursula Kwasny hatte Politiker und Vertreter der Vereine, die die Halle nutzen, eingeladen. Rund 50 kamen. Wegen Brandschutzmängeln hat die Stadt den Saal für Events mit mehr als 200 Menschen gesperrt. Eine Lösung gab's nicht, aber Verwaltung, Politik und Vereine sind bereit, gemeinsam anzupacken, um die Halle zu erhalten.

Am Ende verteilte Vize-Bürgermeister Edmund Feuster (SPD), der die Debatte leitete, die "Hausaufgaben" für ein weiteres Treffen im Januar: Die Verwaltung soll ein Nutzungskonzept erstellen, um mehr Events in die Halle zu holen und die Investitionen zu rechtfertigen. Die Vereine beratschlagen sich, was sie an Eigenleistung beitragen können. Die Politik überlegt, ob und wie sie die Finanzierung trotz Nothaushalt sicherstellen kann.

Kritische Töne fehlten nicht: "Soll das eine Alibi-Veranstaltung werden, und am Ende geht die Erfthalle den gleichen Weg wie das Wellenfreibad?", so Willi Spieß von der RWE-Pensionärsvereinigung — er hörte ein klares "Nein". "Wäre an dieser Halle auch jahrelang nichts getan worden, wenn sie in Grevenbroich gestanden hätte?", fragte Hubert Geritan vom Bürgerverein.

Die Mängelbilanz ernüchtert: Der Brandschutz entspricht nach einem Gutachten nicht den gestiegenen Anforderungen, rund 770.000 Euro sind nötig. Lüftung und Entrauchung sind unzureichend, eine automatische Brandmeldeanlage fehlt. "Die Meldeanlage muss per Hand betätigt werden", so Brandschutzbeauftragter Peter Hilgers. Die Sanierung der übrigen Infrastruktur kostet rund 300 000 Euro, die der "Gebäudehülle" etwa 900.000 Euro. Nicht alles muss zugleich geschehen. "Wir retten die Halle nicht in einem Jahr", so Dezernent Claus Ropertz.

Feuster und andere Politiker machten die finanziellen Hürden deutlich, die Finanzaufsicht habe ein Wort mitzureden. Bürgerverein und andere Vereine signalisierten Bereitschaft zu Eigenleistungen — soweit machbar. "Ich denke, dass sich alle engagieren werden", sagt Jürgen Linges von der SG Frimmersdorf/Neurath. Willi Spieß lenkte die Aufmerksamkeit auf RWE Power: "Wir benötigen einen Investor oder Sponsor. Warum sollte die Erfthalle nicht etwa RWE-Power-Halle heißen — ähnlich wie die Lanxess-Halle in Köln?

Die Bilanz des Abends ist unterschiedlich: "Das war ein guter Anfang", sagte Kwasny. Hubert Geritan ist skeptisch: "Das wird ein schwieriges Unterfangen. Wir wissen, dass viel zu tun ist — und dass es kaum bezahlbar ist."

(NGZ)