1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Grevenbroich auf alten Karten

Grevenbroich : Grevenbroich auf alten Karten

Sie laden zu einer Zeitreise in die Grevenbroicher Geschichte ein, und sie sind ein Schmuck für die Zimmerwand: Historische Landkarten. Etliche Nachdrucke sind beispielsweise bei der Bezirksregierung Köln erhältlich.

Grevenbroich war noch eine sehr überschaubare Stadt, doch die Chaussee zwischen Aachen und Neuss, die spätere B 1, war 1807 bereits vorhanden. Auch die Sumpf-Flächen in der Erftniederung sind eingezeichnet. Die Vermessungsingenieure und Kartografen haben vor 200 Jahren gute Arbeit geleistet, die Tranchot-Karte bildete die erste moderne Landkarte des Rheinlandes. Historische Karten laden ein zur Zeitreise in die Stadtgeschichte – und sie eignen sich hervorragend als dekorativer Wandschmuck. "Die Nachfrage nach historischen Karten ist groß – beispielsweise von Heimathistorikern und Ahnenforschern", weiß in Köln Kartografin Ute Meurer. Sie arbeitet bei Geobasis-NRW. Die Abteilung der Bezirksregierung Köln ist Nachfolgerin des Landesvermessungsamtes – und eine Fundgrube für historisch Interessierte. Für 15 Euro je Kartenblatt (plus 3,85 Euro Verpackungskosten je Paket plus Porto) können dort etliche Karten als Nachdruck bestellt werden – per Internet unter www.geodatenzentrum.nrw.de (Rubrik Produkte, dann historische Informationen). Auch digital sind Karten erhältlich. Interessant sind unter anderem: Kartenaufnahme der Rheinlande durch Jean Joseph Tranchot und Freiherr Karl von Müffling (Maßstab 1: 25 000): "Diese kolorierte Karte wurde auf persönlichen Befehl von Napoleon erstellt – und diente militärischen Zwecken", berichtet Peter Ströher vom Kreisarchiv in Zons. Das hält wie das Stadtarchiv Reproduktionen der Tranchot-Karte vor– aber nicht zum Verkauf. "Sogar Ackerbauflächen wurden damals eingezeichnet."

Ein Problem: Die früheren Kartographen kannten die heutigen Stadtgrenzen natürlich nicht. So ist Grevenbroich mit Elsen, Orken Frimmersdorf auf dem Blatt 59 zu finden, andere Stadtteile auf den Blättern 50, 51 und 60.

Preußische Uraufnahme (1:25 000): Ab 1842 zogen wieder Vermessungsingenieure durchs Rheinland – nun im preußischen Auftrag. Nachdrucke dieser Karten sind ebenfalls in Köln zu haben. Kartenblatt 4905 zeigt das Gebiet unter anderem der heutigen City und des Südens der Stadt, Blatt 4805 etwa Hemmerden und Kapellen.

Preußische Neuaufnahme (1: 25 000) Ein halbes Jahrhundert später wurde die preußische Landkarte neu erstellt. "Auf dem Blatt Grevenbroich ist deutlich zu erkennen, wie die Stadt gewachsen ist. Eisenbahnen, Fabriken und die Gasanstalt sind bereits vermerkt", so Ströher (Blätter 4905 und 4805).

Eine Karte über den früheren Kreis Grevenbroich – um 1830 – ist als Reproduktion im Kreisarchv (Schlossstraße 1, Dormagen-Zons) erhältlich. Um die Karte läuft ein Text mit vielen statistischen Angaben etwa zur Bevölkerungszahl, Fläche und Landwirtschaft. Das Original befand sich einst in der Bibliothek von Schloss Dyck.

(NGZ)