Grevenbroich: Awo eröffnet erstes Repair-Café in Kapellen

Grevenbroich : Awo eröffnet erstes Repair-Café in Kapellen

Bei der Premiere hatten die Reparateure gestern ordentlich zu tun. Startphase von sechs Monaten.

Repair-Cafés gibt es einige, bislang aber nicht in Kapellen. Das ist nun anders. Immer am ersten Donnerstag eines Monats können an der Schubertstraße 21b liebgewonnene Dinge, die kaputt sind, instand gesetzt werden.

Die Resonanz zur Premiere war "überraschend gut", sagt Adam Palm vom Vorstand der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Rhein-Kreis. "Wir hatten damit gerechnet, dass viele zunächst nur gucken kommen würden." Anstelle dessen hatten er und seine Mitstreiter - PC- und Mobilfunk-Fachfrau Annemarie Nießen sowie Holzexperte Klaus Theo Gerits - "ordentlich zu tun".

Gefunden hatte sich das Trio per Zeitungsaufruf als Initialzündung für das Reparaturcafé. "Ich bin Pensionär", sagt Gerits, "habe also Zeit, meine Fähigkeiten einzubringen." Die Idee, Dinge nicht rasch zu entsorgen, nur weil etwas kaputt ist, gefalle ihm. "Das ist eine tolle Einrichtung, die ich gerne unterstütze."

Das sei besonders wichtig für Menschen, die finanziell nicht so gut aufgestellt sind, ergänzt Annemarie Nießen. Mehr aus Zufall sei sie eine Reparierende geworden, "etwas Ähnliches habe schon mal ehrenamtlich für die Caritas gemacht", sagt Nießen. Als Autodidaktion hat sie sich Computer- und Handy-Kenntnisse angeeignet. "Im Freundeskreis bin ich so etwas wie die SOS-Hotline", mit der Fernwartungs-Software "Teamviewer" betreut sie selbst Freunde in Amerika.

"Schnell und kompetent wurde mir geholfen", freute sich Hildegard Schmitz, die mit einer defekten Stehlampe das Repair-Café aufgesucht hatte. "Mein Mann wollte die Lampe entsorgen." Mit fachkundigem Blick erkannte Adam Palm, der für alles Elektrotechnische zuständig ist, dass mit dem Zuleitungskabel etwas nicht stimmte - und ersetzte es prompt.

Ziel der Initiative ist nicht, professionellen Schreinern, Elektrikern und Co. die Jobs wegzunehmen, letztlich soll auch dazu animiert werden, kaputte Dinge unter der Aufsicht der Initiatoren wieder selbst instand zu setzen. "Die kommenden sechs Monate haben wir als Startphase definiert, in der wir prüfen, wie das Repair-Café angenommen wird", sagt Adam Palm. Ob der eine Donnerstag von 14 bis 17 Uhr ausreichend ist, man das Angebot öfter oder seltener machen soll, wird sich zeigen. "Man darf die Flinte nicht gleich ins Korn werfen, Manche Dinge brauchen Zeit."

(von)
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