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Grevenbroich: Andacht erinnert an das Kriegsende

Grevenbroich : Andacht erinnert an das Kriegsende

Die Marien-Kapelle in Langwaden steht im Mittelpunkt einer Gedenkfeier.

Am Dienstag, 15. Mai, ist die kleine Kapelle an der St.-Bernhard-Straße Schauplatz einer besonderen Maiandacht. Die Kirmesgesellschaft Langwaden, die Marianische Bruderschaft Wevelinghoven und der Zisterzienser-Konvent laden ab 17 Uhr alle Dorfbewohner und Interessierten unter dem Motto "Suchet den Frieden" ein. Erinnert werden soll mit Gebeten und Marienliedern an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Denn der Altar des kleinen Gotteshauses wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von der Langwadener Familie Plück gestiftet - aus Dankbarkeit für die heil aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrten Familienmitglieder.

Die Verantwortlichen von Kirmesgesellschaft, Bruderschaft und Konvent laden bereits zum zweiten Mal zur Maiandacht an der Kapelle ein. "Die Wegekapelle, die bis heute als Station bei Fronleichnamsprozessionen dient, ist ein Kleinod in unserem Klosterdorf", sagt Heiner Hoffmann, Präsident der Kirmesgesellschaft. Mit der Gedenkfeier wird sie nun erneut in den Fokus gerückt. Im Klosterdorf ist das Kapellchen schlichtweg als "Heiligenhäuschen" bekannt. Der weißgeschlämmte Backsteinbau mit seinem geschwungenen Haubendach ist ein Ort des Glaubens und der Geschichte. Erstmals auf einer Karte von 1845 verzeichnet, befindet es sich im Eigentum der Stadt Grevenbroich und wurde 1984 in die Liste der Baudenkmäler übernommen. Mehrfach wurde die Wegekapelle saniert. Die Pflege übernahmen im Laufe der Jahrzehnte engagierte Dorfbewohner. Zuletzt kümmerte sich die Marianische Bruderschaft Wevelinghoven um das kleine Gotteshaus. Zwei Mitglieder stifteten 2011 eine mehr als 100 Jahre alte Marienfigur, so dass der Begriff Marien-Kapelle zum Tragen kam. Zudem wurde die Tradition der Maiandacht wiederbelebt.

Vor einigen Jahren übernahm die Kirmesgesellschaft die Patenschaft. Die Scheibenschützen Langwaden sorgen seither dafür, dass das Kleinod gepflegt wird. 2016 stiftete die Keramik-Künstlerin Christa Nöckel ein Kruzifix, dessen Jesusfigur zusätzlich die Kapelle schmückt.

Nach der Maiandacht am 15. Mai, die von Pater Aelred zelebriert wird, beginnt eine kurze Prozession zum Zisterzienserkloster. In der Mitte des dortigen Kolumbariums wird Station gemacht - es wird ein Gebet für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges gesprochen. Im Kloster-Innenhof erfolgt der Schluss-Segen. Zum Abschluss steht, gegen eine Spende, ein Imbiss für alle Teilnehmer im Biergarten bereit.

(jn)