Uedem: Alleenradweg unter Vorbehalt

Uedem: Alleenradweg unter Vorbehalt

Zusammen mit Sonsbeck und Xanten stellt die Gemeinde Uedem einen Antrag auf Bewilligung von Fördermitteln. Dabei geht es um einen Radweg zwischen Uedemerbruch und Xanten. Die FDP kritisiert das Projekt.

Das hört sich ja alles sehr schön an: Mit dem Fahrrad auf den Spuren der Boxteler Bahn, sowohl Einheimische, als auch Touristen könnten von Uedem nach Xanten radeln. Und die Strecke, die liegt idyllisch und könnte sogar als Schulweg genutzt werden.

"Der touristische Aspekt dieses Projekts ist sicherlich nicht zu vernachlässigen. Aber ehrlich gesagt, welche Eltern schicken ihre Kinder denn über diesen abgelegenen Weg zur Schule? Und was ist eigentlich mit den Grundstückseigentümern und den Erhaltungskosten?" — Paul Verhaelen, Fraktionsvorsitzender der FDP Uedem, sparte in der jüngsten Ratssitzung der Gemeinde Uedem nicht mit Kritik.

Folgerichtig votierte seine Fraktion auch gegen die Anlegung des Alleenradweges auf der stillgelegten Bahnstrecke der Boxteler Bahn zwischen Uedemerbruch und Xanten. Alle anderen jedoch waren erst einmal dafür — und stimmten unter Vorbehalt (falls es Fördermittel gibt und gemeindliche Mittel bereitgestellt werden können) zu.

Der Alleenradweg ist ein umstrittenes Projekt. Manche Kommunen wollen ihn, manche nicht. Vor allem die Kosten spielen dabei eine große Rolle. Die Gemeinde Uedem hat sich in erster Instanz einstimmig für den Ausbau des Radweges entschieden (die RP berichtete). Dabei handelte es sich jedoch um Teil I, um den Abschnitt zwischen Uedem und Uedemerbruch.

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"Der Weg liegt auf dem Grund der Gemeinde, dazu bekommen wir die kostspieligen alten Brückenbauwerke saniert. Der Bewilligungsbescheid liegt bereits vor. Wir rechnen im Jahr 2013 mit den Mitteln", sagte Bürgermeister Rainer Weber im Gespräch mit der RP.

In der jüngstenSitzung des Rates der Gemeinde Uedem ging es jedoch um Teil II des Radweges, um die Strecke zwischen Uedemerbruch und Xanten. Und diese liegt eben nicht auf Gemeindeeigentum, sondern zum Teil auf Landes- und Privatbesitz. "Dazu stellt sich doch die Frage, ob wir uns dieses Projekt überhaupt leisten können", sagt Verhaelen.

Auch die SPD steht dem Projekt im Hinblick auf die Arbeitsgruppe "Sparen" skeptisch gegenüber. "Wir feilschen und diskutieren dort manchmal um wenige 1000 Euro und dann sollen wir fast 200 000 Euro für einen Radweg stemmen. Damit haben wir ein Problem", so Lorenz. Nichtsdestotrotz möchte er im Rahmen eines interkommunalen Projektes mit der Gemeinde Sonsbeck und der Stadt Xanten erst einmal den Antrag auf Bewilligung von Fördergeldern stellen. Unter Vorbehalt allerdings.

Auch Bürgermeister Rainer Weber sagte: "Es geht ja erst einmal darum, den Antrag überhaupt zu stellen. Wenn man eine Idee hat, muss man auch die Voraussetzungen dafür schaffen."

(RP)