Goch: Gemeinsam für den Radweg

Goch: Gemeinsam für den Radweg

Die Stadt Xanten und die Gemeinden Sonsbeck und Uedem wollen sich um den Bau eines Alleenradwegs auf der alten Trasse der Boxteler Bahn bemühen. Die Verwaltungsspitzen sind sich einig, die Politik muss noch zustimmen.

In diesem Jahr wurden die Pläne den Bemühungen um eine Konsolidierung des Xantener Haushaltes untergeordnet. Doch die Idee, einen Alleenradweg auf der stillgelegten Strecke der Boxteler Bahn anzulegen, lebt. In Abstimmung mit den Gemeinden Sonsbeck und Uedem bringt die Stadt Xanten das Thema jetzt auf den Tisch. Ziel ist die Umsetzung der Pläne im nächsten Jahr — vorausgesetzt, die politischen Gremien stimmen zu.

Für Sonsbecks Bürgermeister Leo Giesbers erfreuliche Aussichten. "Der Wunsch nach einem Radweg zwischen Labbeck und Xanten ist sehr alt, bisher war der Bau aber nicht möglich", sagte er. Dabei hat die Gemeinde nicht nur das Naturerlebnis per Drahtesel im Blick. Es geht auch um die Anbindung von Campingplätzen und vor allem um die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen, die nach Xanten zur Schule radeln wollen und dies bislang über die radweglose Bernholter Straße tun müssen. In interfraktionellen Gesprächen habe sich die Sonsbecker Politik aufgeschlossen gezeigt.

Geld vom Land

Die Möglichkeit, den alten Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen, eröffnet sich, weil Landeszuschüsse aus einem Sonderförderprogramm bereitstehen. In Xanten kommen Mittel hinzu, die eigentlich für den Alleenradweg Xanten-Kalkar bewilligt worden waren. Da dieses Projekt billiger wird als ursprünglich gedacht, bleibt Geld übrig. Die Bezirksregierung stehe dem Radweg entlang der Boxteler Bahn positiv gegenüber, heißt es in einer Verwaltungsvorlage der Stadt Xanten, allerdings sollte der Zuschussantrag gemeinsam mit Sonsbeck und Uedem gestellt werden.

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Die Gemeinde Sonsbeck schätzt die Kosten für das Teilstück auf ihrem Gebiet auf insgesamt 920 000 Euro, nach Abzug des Landeszuschusses bliebe ein Eigenanteil von 230 000 Euro übrig. Die Stadt Xanten müsste von insgesamt 825 000 Euro für ihr Teilstück 275 000 Euro aus der eigenen Kasse beisteuern.

Durch das Vorhaben würde nicht nur eine Lücke in Radwegenetz geschlossen (zwischen Uedem und Goch kann man schon seit 30 Jahren auf einem eigenen Weg in die Pedale treten). Er fügte sich auch in eine grenzüberschreitende touristische Route entlang der alten Boxteler Bahn, die aus Mitteln der Euregio Rhein-Waal bezahlt und am 28. Mai eröffnet wird: Alle ehemaligen Bahnstationen werden mit Hinweistafeln zur Geschichte der Eisenbahnstrecke versehen.

Was passiert mit dem Reitweg?

Ein planerisches Problem gilt es noch in Labbeck zu lösen. Entlang der Trasse der Boxteler Bahn verläuft dort derzeit ein Reitweg. Man wolle versuchen, Reiter und Radler zu berücksichtigen, kündigt Giesbers an. Wie, darüber müsse noch nachgedacht werden. "Vielleicht können Rad- und Reitweg parallel geführt werden."

(RP)