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Zielscheibe: "Recht-Schreipunk" und Volksmusik

Zielscheibe : "Recht-Schreipunk" und Volksmusik

Die "Recht-Schreip-Katerstrofe" titelte einmal ein Nachrichtenmagazin, das sich um die orthographischen Fähigkeiten unserer Jugend sorgte. In den Kicker-Jubelwochen der aktuellen Aufstiegsfeiern soll mit dieser Fehleinschätzung nun aufgeräumt werden.

Unsere Jugend - und die Fußballer an sich - sind des Alphabets allemal mächtig. Wer kennt nicht die Kostprobe einwandfreien Buchstabierens auf hiesigen Fußballplätzen: Gib mir ein H, gibt mir ein U, gib mir ein M, gib mir... und so weiter. Alles korrekt und orthographisch sauber. Wohl auch deshalb feiert man jede dieser sprachlichen Finessen (und natürlich auch sich selbst) mit einem wilden Veitstanz, wahlweise direkt auf dem Rasen oder unter der Dusche. Dass man in seiner Einschätzung mal daneben liegt, kann ja mal passieren. Manchmal dribbelt man halt in die falsche Richtung. Andererseits hat man kürzlich mit einem weiteren Thema einen Big Point gelandet. Deutsches Liedgut und Volksmusik werde bei der Jugend immer populärer, hieß es in einem Artikel. Stimmt. "Altrocker" Heino (Junge, wie du wieder aussiehst...) hat das als einer der ersten erkannt.

Und auch unser inbrünstig intoniertes "Humba, Humba Täterät" liefert ein exzellentes Beispiel für ein unaufhaltsames Comeback der deutschen Sprache in der Musik. Aber muss es auf dem Rasen immer nur dieser eine Song sein? Es gibt doch so viele herrliche Alternativen. Die Sportfreunde Stiller (Applaus, Applaus), Right Said Fred (Stand up for the Champions), Queens Evengreen "We are the Champions", Oliver Pocher (Schwarz und Weiß) oder die Toten Hosen (An Tagen wie diesen...) liefern feinste gesangliche Vorlagen für Jubelfeiern. Der Ohrwurm "Humba, Humba" jedenfalls strapaziert meinen Gehörgang und meine Nerven aufs Äußerste.

Beim eigenen Erfolg ist der Gassenhauer ja noch akzeptabel, aber wenn der Gegner gewinnt und singt ist das einfach unerträglich. Wenn das nicht bald aufhört, laufe ich Amok, beame alle "Humba-Humba-Chöre" ins Heino-Land, setze seine Sonnenbrille auf und brülle: "Schluss, Ende und: Gib mir ein A, Gib mir ein U, Gib mir ein S."

MICHAEL MEENEN

(mime)