Postkarten erinnern an das alte Aldekerk

Ausstellung in der Heimatstube : Postkarten erinnern an das alte Aldekerk

In Aldekerk ist eine Ausstellung mit alten Postkarten eröffnet werden.

(sabi) Zu einem besonderen Dorfspaziergang lädt der Heimatverein Aldekerk ein. Rund 120 Postkarten stellt er in seiner Heimatstube aus, die durch Aldekerker Straßen führen und Abstecher nach Rahm, Stenden, Eyll wie nach Nieukerk machen. Dabei stammen die ältesten Postkarten aus den Jahren 1897 und 1898 und zählen zu den besonderen Exponaten.

„Über die Jahre hat sich ein Fundus angesammelt. Uns werden aus Nachlässen alte Postkarten geschenkt. Den Bestand haben wir allmählich ergänzt, sogar über das Internet“, sagt zur Entstehungsgeschichte Michael Pickmann vom Vorstand. Die Besonderheit dieser Ausstellung ist allerdings Willi Deloy zu verdanken, der immer mit der Kamera in der Hand, den Hausmotiven der historischen Postkarten die Gegenwart gegenüberstellte.

Wie haben sich Häuser in über 100 Jahren verändert, wie wurden sie nach Bombenangriffen des Zweiten Weltkrieges wieder aufgebaut? Die Ausstellung dokumentiert Ortsgeschichte. Postkarten erinnern beispielsweise an das Magdalenen-Heim oder an Menschen wie Fritz Lewerentz. Ihm zu Ehren wurde in Stenden 1952 die „Arbeiterjugend-Bildungsstätte“ errichtet.

Andererseits dokumentiert diese Ausstellung in einer telefonlosen Zeit die Institution Postkarte als Kommunikationsmittel erster Wahl, um schnell einen Gruß nach Hause zu schicken. Vor allem als Nachricht zur Zeit der beiden Weltkriege. „Wir haben ganz verschiedene Arten von Postkarten. Um 1900 verbreitete sich die Lithografie, die colouriert wurde. Später sind es schwarz-weiß Aufnahmen“, erläutert Michael Pickmann den Wandel. In den 1950er Jahren wurde es die so genannte Mehrbildposkarte, die von Aldekerk aus in die Welt ging.

Als Grußbotschaften zu lesen sind Neujahrswünsche. Eine Kirmeseinladung wurde am 1.9.1898 über eine Postkarte ausgesprochen. Dass in Aldekerk ein reicher Fundus an Postkartenmotiven existiert, „hat mit der Druckerei Helmings zu tun. Das Atelier Hoever sorgte für neue Motive und über unsere Bahnlinie florierte das Postkartenwesen“, so Michael Pickmann.

Die Resonanz der Besucher ist entsprechend. Sie sind vertieft in die Ausstellung, studieren genau die Straßenzüge, die Veränderungen, erinnern an die Familiengeschichten hinter diesen Fassaden. „Wir sind an weiteren historischen Postkarten und Aufnahmen interessiert, um sie als historische Schätze zu archivieren. Das sind unwiederbringliche Exponate, die zu unserer Ortsgeschichte gehören. Es wäre schade, wenn man sie entsorgt“, sagt Pickmann. Am zweiten Adventwochenende, 7. und 8. Dezember, 11 bis 17 Uhr, ist die Ausstellung mit Ansichten auf Aldekerk in der Heimatstube, Hochstraße 70, nochmals zu sehen.

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