Vereine und Verbände : TSV Nieukerk feiert Jahrhundert-Projekt

Von einem „Aermen Düwel“ kann keine Rede sein. Der TSV Nieukerk hat jetzt eine hochmoderne Sportanlage, in die viel Geld und Fleiß investiert worden ist. Bundesliga-Schiedsrichter Guido Winkmann pfiff den ersten Kunstrasen-Kick.

Bei knackig-kalten Temperaturen um den Gefrierpunkt pilgerten weit über 100 Bürger aus Kerken-Nord zu Fuß in Richtung ihres Dorf-Sportplatzes. Mehrere weitere Dutzende schwangen sich aufs Rad oder reisten von weiter her mit dem Auto an. Schon im Eingangsbereich vor dem Vereinshaus des TSV Nieukerk lagen symbolträchtige Kunstrasen-Teppiche aus, die bereits ankündigten: „Ab heute ist es so weit, ,Kinder haben Platz’“.

Gegen 12.30 Uhr läutete TSV-Vorsitzender Bernd Kolmans die Feierlichkeiten mit seinen Grußworten ein: „Nach 170 Tagen Bauzeit können wir heute endlich den Platz hier auf der Sportanlage Am Aermen Düwel eröffnen.“ Er bedankte sich insbesondere beim „Orgateam Kunstrasen“, nebst dem „Rentnerclub“, der sich monatelang während der Bauphase tatkräftig ins Zeug gelegt hatte. „Wir waren im Durchschnitt zu zehnt“, bezifferte Bauleiter Wolfgang Notz die engagierte Altherren-Fraktion, die viel Schweiß bei Wind und Wetter in das Großprojekt investiert hat.

Kolmans’ Dank richtete sich auch an alle Sponsoren, die es dem Verein ermöglicht haben, die 50.000 Euro für das Kunstrasen-Projekt aufzubringen. Nach der Nennung der 19 Topsponsoren enthüllte der TSV-Vorstand die ansprechend gestaltete „Premium-Sponsoren-Wand“, auf der die Unterstützer der drei Kategorien Platin, Gold und Silber abgebildet sind. Einen Überblick über sämtliche Parzellen-Patenschaften bekommen die Aermen-Düwel-Besucher bereits beim Betreten des Sportplatzes gewährt. Im „Spielertunnel“ hängt ein großes Plakat, auf dem der Kunstrasenplatz in Parzellen eingeteilt ist und den jeweiligen Paten, entweder namentlich oder mit einem Porträtbild oder Firmenlogo abbildet.

„Der Naturrasenplatz ist seit einer Woche wegen der Witterung gesperrt“, erklärte Kolmans. Dafür sei es umso schöner, dass nun mit dem neuen Kunstrasenplatz ein Spielfeld 365 Tage im Jahr bespielt werden kann. Auch der Sportvorstand vom FC Aldekerk war in Person von Ralf Bloemers vor Ort, um dem benachbarten Sportverein zum neuen Kunstrasenplatz zu gratulieren. „Ich habe ganz viele vom FC Aldekerk hier gesehen“, sprach Bürgermeister Dirk Möcking bei seiner Begrüßung. „2010 hat sich die Gemeinde Kerken dazu entschieden, die Anlage an der Kempener Landstraße mit einem Kunstrasen auszustatten. Acht Jahre später hat der Gemeinderat dann einstimmig entschieden, dass auch der TSV Nieukerk auf seiner Anlage einen Kunstrasenplatz erhält.“

Inklusive der Sanierungs-Maßnahmen, die im Jahr 2015 für den gegenüber liegenden Naturrasenplatz (inklusive neuer Laufbahn) getroffen wurden, sind nun rund eine Millionen Euro in den vergangenen Jahren in den Aermen Düwel gesteckt worden, berichtete Möcking. „Wenn viele Menschen profitieren – so wie es jetzt hier beim TSV der Fall ist – dann ist es auch gerechtfertigt, solch eine Summe zu investieren“, sprach Kerkens Bürgermeister. Mit 1200 Mitgliedern ist der TSV in der Tat ein mitgliederstarker Dorfverein, der neben dem Fußball auch im Breitensport sehr gut aufgestellt ist.

Bei einem Countdown, der von den jüngsten TSV-Kickern angestimmt wurde, zählten alle Besucher von zehn an rückwärts runter. Bernd Kolmans und Bürgermeister Möcking zerschnitten bei null gemeinsam das blau-grüne Band. Der Weg zum Kunstrasen war nun frei. Prädikant Karl-Heinz Flasch und Pfarrer Christian Stenz segneten im Anschluss bei biblischen Worten und einem Gebet das neue Spielfeld ein.

Gegen 13.30 Uhr wurde dann das erste Spiel auf dem neuen Prachtstück vom Kerkener Bundesliga-Schiedsrichter Guido Winkmann angepfiffen, der noch einen Tag zuvor das Bundesliga-Topspiel zwischen dem FC Bayern München und Bayer Leverkusen geleitet hatte. Da machten es die D-Junioren des heimischen TSV und des 1. FC Kleve dem prominenten Referee schon wesentlich einfacher. Ganz nebenbei: Die ersten beiden Kunstrasen-Treffer gehen auf das Konto der Talente vom Klever Bresserberg.

Die Gäste konnten sich derweil Glühwein und Kuchen schmecken lassen. Auch der Grill wurde angeworfen. Bratwurst, Krakauer, Nackenkotelett und Putensteak durfte man sich mit schmackhaften Salaten und den von der Bäckerei Oomen gesponserten Brötchen für einen schmalen Taler genehmigen.

Da war es auch nur ein kleiner Wermutstropfen, dass sich die erste Mannschaft des Gastgebers wenig später im A-Liga-Derby gegen den SV Sevelen mit 1:5 geschlagen geben musste.

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