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Wachtendonk: Nicht-Christen in Gelinter Bruderschaft

Wachtendonk : Nicht-Christen in Gelinter Bruderschaft

Die Vereinigte St.-Sebastianus- und St.-Michaels-Schützenbruderschaft öffnet sich. Sie hat vor allem Konfessionslose im Blick. Auch wäre der Beitritt von Muslimen und anderen Religionsangehörigen möglich - sofern sie Ideale akzeptieren.

Grundsätze und Ziele vertreten, die sich in den Idealen "Glaube - Sitte - Heimat" widerspiegeln: Das ist in der Vereinigten St.-Sebastianus- und St.-Michaels-Schützenbruderschaft auch für Nicht-Christen möglich. Die Gelinter Schützen trafen auf ihrer jüngsten Generalversammlung die Entscheidung, sich entsprechend zu öffnen. Und taten damit den Schritt, der laut Bruderschafts-Präsident Bernd Trienekens vom Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) voraussichtlich im März vollzogen wird.

Die Gelinter Bruderschaft, derzeit 160 Mitglieder stark, hat mit dem Begriff "Nicht-Christen" vor allem Konfessionslose im Blick. "Als wir 2016 unseren neuen Schießstand eröffnet haben, sind Leute an uns herangetreten, die konfessionslos sind", berichtet Trienekens. Die schossen dann regelmäßig mit, "um uns und den Schießsport kennenzulernen". Während der jüngsten Generalversammlung waren unter den sechs Neuaufnahmen vier ohne Glaubensbekenntnis.

Schon zuvor gab es Interesse von Menschen, die aus der Kirche ausgetreten waren, an einer Mitgliedschaft bei den Gelintern. Eine Aufnahme erlaubte die Satzung damals noch nicht, was die Bruderschaft nicht daran hinderte, eine Zeit lang trotzdem die Mitgliedschaft zu ermöglichen. In einem Fall erledigte sich die Sache durch Wegzug, der andere Atheist ließ sich taufen.

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"Die nicht-christlichen Mitglieder müssen sich auf einem Formular mit unseren Richtlinien einverstanden erklären", betont Schriftführer Peter Schuffelen. Das könnten auch Angehörige anderer Glaubensrichtungen sein, auch wenn auf der Beitrittserklärung die Formulierung "als Konfessionsloser beziehungsweise keiner Religionsgemeinschaft Angehöriger" verwendet wird. "Wir haben zwar Muslime hier in Wachtendonk, aber da besteht kein Interesse", konstatiert Michael Beckmann, der stellvertretende Präsident der Bruderschaft. Ein Moslem dürfte auch kaum die Kreuze und die Regeln der Bruderschaft gut heißen, glaubt Präsident Trienekens. "Falls doch, dann sehe ich keinen Grund, ihn nicht aufzunehmen." Er erinnert daran, dass in Werl ein Moslem sogar Schützenkönig wurde.

Auf keinen Fall wollen die Gelinter die Öffnung als Maßnahme dafür verstanden wissen, beim nächsten Mal einen Schützenkönig zu finden, was ihnen beim Vogelschießen 2015 nicht gelang. Trienekens: "Wir wollen den Weg zur Integration ebnen." Und diejenigen, die aus der Kirche austreten, müssen künftig kein Tabu mehr brechen.

Im Bezirksverband Geldern, wo die Schützen aus Geldern, Issum, Kerken und Rheurdt zusammengeschlossen sind, wird dieses Thema den Bruderschaften überlassen. "Diese müssen im Einzelfall prüfen, ob einer Aufnahme zugestimmt werden kann", teilt Bezirksbundesmeister Manfred Kempkens auf Anfrage mit. So sollten sich die Bewerber zu den christlichen Zielen des BHDS bekennen und ihr Bekenntnis glaubhaft machen. "Die Zahl der Bewerber ist noch gering, was sich aber noch ändern kann", vermutet Kempkens.

Auch der Bund wolle sich in diese Richtung bewegen. Die Kirche habe sich auch geöffnet. Papst Franziskus formuliert es so: Eine Haltung der Offenheit in der Wahrheit und in der Liebe muss den interreligiösen Dialog mit den Angehörigen der nicht-christlichen Religionen kennzeichnen, trotz der verschiedenen Hindernisse und Schwierigkeiten. Kempkens: "Dem kann ich nur zustimmen."

(RP)