Erkelenz: St. Lambertus - der "Dom von Immerath"

Erkelenz : St. Lambertus - der "Dom von Immerath"

St. Lambertus zu Immerath ist seit dem 19. Jahrhundert ein Symbol für Gemeinschaft und für Heimat. Heute beginnt die Gemeinde mit dem Spatenstich im Umsiedlungsort den Neuanfang: Zeit für Erinnerung.

Einen Monat vor dem letzten Gottesdienst in der St.-Lambertus-Kirche zu Immerath macht die katholische Kirchengemeinde heute den Neuanfang. Sie setzt den ersten Spatenstich für ein neues kirchliches Gebäude am neuen Ort, dem Ort, der entsteht, weil der alte dem nahenden Braunkohlentagebau weichen muss.

Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Der Neuanfang und die Erinnerung — sie stehen für die Menschen aus Immerath seit Jahren eng Seite an Seite. Ungewollt. Schmerzlich. Beängstigend. Zurück bleiben letztlich nur Erinnerungen an das, was einst die Heimat war. Wie an den "Dom von Immerath", an dessen weithin sichtbare Zwillingstürme.

Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Im Jahr 1887 hatte der Kirchenvorstand den Neubau von St. Lambertus nach einem Entwurf des Kölner Privatbaumeisters Erasmus Schüller beschlossen. Das alte Kirchengebäude hatte den Ansprüchen der wachsenden Gemeinde nicht mehr genügt. Vier Jahre später 1891 konnte der Kölner Weihbischof Antonius Fischer die Kirche mit den zwei 40 Meter hohen Glockentürmen einweihen. Für sie hatten die Immerather die Feldbrandsteine selbst gebrannt. Die Tuffsteine, mit denen die Fassade verblendet ist, hatten sie selbst zur Baustelle geschleppt. Jede Familie im Ort hat eine Geschichte, die mit dem Dom verbunden ist, sagte Marlies Bereit, die Vorsitzende des Kapellenvorstands, kürzlich in einem Interview mit unserer Zeitung. Denn auch nach dem Zweiten Weltkrieg engagierten sich die Einwohner sehr, um ihre teilweise zerstörte Kirche wieder aufzubauen.

Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Nicht alles von St. Lambertus zu Immerath werden die Menschen aufgeben müssen. Auch dafür steht der heutige Neuanfang in Immerath (neu). Ein großer Teil des Innenlebens soll in der Begegnungsstätte mit Kapelle erhalten werden: ein Missionskreuz aus dem 14. Jahrhundert, eine Madonna, weitere kleine sakrale Gegenstände, und auch die vier mittelalterlichen Glocken, eine von 1496, eine andere von 1512. Erhalten werden soll ebenso ein kostbares Bodenmosaik aus Mettlacher Kacheln — solche wurden beispielsweise im Kölner Dom verbaut.

(RP)
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