Erkelenz: Umweltminister offen für Klimaort-Projekt

Erkelenz : Umweltminister offen für Klimaort-Projekt

Besucher von Grünen-Veranstaltung fordern konkrete Landeshilfe von Johannes Remmel (Grüne).

Bei der tagebaubedingten Umsiedlung von Keyenberg, Kuckum und den Nachbardörfern sollte ein Zeichen gegen zu hohen Energieverbrauch gesetzt werden. So erklärten es Betroffene und die Erkelenzer Grünen am Dienstagabend gegenüber Johannes Remmel. Sie schlugen dem NRW-Umweltminister ein vom Land finanziell gefördertes Projekt vor, um den neuen Ort CO2-frei zu konzipieren. Remmel erwiderte ihnen, dass er sich das durchaus vorstellen könne.

Zum zweiten Mal war der Umweltminister in diesem Jahr in Erkelenz. Diesmal hatte der Grünen-Ortsverband zu einem Abend nach Immerath (neu) eingeladen, bei dem es um die konkrete Mithilfe der Menschen bei der Energiewende ging. Und so stellten die Experten Professor Ludwig Rongen und Werner Welfers vor, wie Passivhäuser funktionieren, wie wenig sie mehr kosten als Gebäude in herkömmlicher Bauweise, wie gut es sich darin leben lässt oder wie energieeffiziente Technik in Alt- und Neubauten eingesetzt werden kann. Solche Diskussionen und Informationen für die Menschen in Nordrhein-Westfalen seien dringend notwendig, ließ der Minister durchblicken: "Bei der Energiewende reden wir bisher nur über den Strom und den Strompreis, aber nicht über Energieeinsparung oder energiesparendes Bauen, nicht über die Wärmeversorgung und über die Mobilität — damit machen wir einen Riesenfehler."

Modellhaft für NRW im Sinne des energiesparenden Bauens solle Erkelenz die Umsiedlung von Berverath, Ober- und Unterwestrich, Kuckum und Keyenberg gestalten, forderte Hans Josef Dederichs, der Erkelenzer Grünen-Vorsitzende und Bundestagskandidat für den Kreis Heinsberg. Das sei schon lange eine Forderung der Grünen, doch "wollte die Stadt uns nicht unterstützen". Bürgermeister Peter Jansen habe von "Zwangsbeglückung" gesprochen, die er ablehne. Als auch Besucher der Veranstaltung das Land aufforderten, ein solches Modellvorhaben für die Umsiedlungsorte (finanziell) zu fördern, sagte Johannes Remmel: "Wir unterstützen das gerne." Dass die Erkelenzer das in der Form wünschten, habe er so nicht gewusst. Er riet den Erkelenzer Politikern: "Wir müssen dazu einen politischen Antrag vorliegen haben. Dann stehen Fördertöpfe offen." FRAGE DES TAGES Seite C 2

(RP)
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