Erkelenz/Heinberg: Beim Frühstück Grenzen überwinden

Erkelenz/Heinberg : Beim Frühstück Grenzen überwinden

Die Heinsberger Landfrauen baten zu Tisch: Frauen unterschiedlicher Herkunft diskutierten gemeinsam im Schwanenberger Gemeindehaus und tauschten Standpunkte und Erfahrungen miteinander aus.

Landfrauen sind als gute Gastgeberinnen bekannt. Die Mitglieder des Kreisverbands Heinsberg stellten dies nun im Schwanenberger Gemeindehaus erneut unter Beweis: Ihrer Einladung zu einem Frühstück der Kulturen waren mehr als 15 Vertreterinnen von Frauenvereinen und anderer Zusammenschlüsse gerne gefolgt. Kein Kaffeeklatsch, sondern intensive Diskussionen standen auf der Tagesordnung.

Hin und her ging es bereits vor der Begrüßung durch die Kreisvorsitzende Ulrike Kamp, die jeden Gast persönlich in Empfang nahm: Frauen mit tamilischen, russischen, afrikanischen, griechischen und türkischen Wurzeln und die Gleichstellungsbeauftragten der Städte waren nach Schwanenberg gekommen, um sich mit den Landfrauen auszutauschen. "Wie sind die Frauen anderer Kulturen organisiert? Welche Themen haben wir gemeinsam?", fasste Maria Nacke-Pollmann, Geschäftsführerin des Kreisverbands, ihre Erwartungen an das gemeinsame Frühstück zusammen.

Ulrike Kamps stellte bei diesem Treffen auch die politischen Anliegen der Landfrauen vor: Mit einer Unterschriftenaktion setzt sich der Verband beispielsweise für die Anerkennung der Erziehungsleistung von Müttern vor 1992 ein. Ein Thema, das bei der anstehenden Bundestagswahl für viele Frauen, unabhängig von ihrer Kultur, eine Rolle spielt.

Angeregte Unterhaltungen über solche politischen, aber auch alltäglichen Fragen fielen bei einer Tasse Kaffee und leckeren Brötchen nicht schwer. Ungezwungen kam man miteinander ins Gespräch. "Es ist eine schöne Gelegenheit, um sich zusammenzusetzen und voneinander zu lernen", erklärte Françoise Alhorn aus Wassenberg. Durch eine Spendensammlung für Uganda sei der Kontakt zu den Landfrauen entstanden.

Von dem Treffen wünschte sie sich, viel Neues für ihre erst 2012 gegründete Gruppe "Solidarität Afrika" mitnehmen zu können, sei es nun Inhaltliches oder Tipps zur Struktur einer solchen Vereinigung. 2004 kam Alhorn von der Elfenbeinküste nach Deutschland, und sie weiß den Zusammenhalt unter den Mitgliedern, die aus allen Teilen Afrikas stammen, zu schätzen. Nun hofft sie, dass auch zu den Landfrauen eine dauerhafte Verbindung entsteht.

Mit den Frauen des "Verbands der Islamischen Kulturzentren" (VIKZ) trafen sich die Landfrauen bereits im vergangenen Jahr zum ersten Mal. In der Moschee habe man 26 begeisterten Besucherinnen die türkische Küche vorgestellt, erzählte Saime Polat aus Hückelhoven. "Daraufhin kam die Gegeneinladung zu diesem Frühstück."

Meral Kalayci, ebenfalls aktiv im VIKZ, lud direkt zum nächsten Treffen ein: "In Hückelhoven herrscht bereits ein reger Austausch zwischen den Kulturen. Den möchten wir gerne bei einem türkischen Tee auch mit den Landfrauen fortsetzen."

(akz)
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