Erkelenz: Umsiedlerumfrage: Planung beibehalten

Erkelenz : Umsiedlerumfrage: Planung beibehalten

Der Bürgerbeirat der nächsten Erkelenzer Umsiedlungsorte wollte mehr Sicherheit für die Entscheidung, wie der neue Ort aussehen soll. Gestern wurde das Ergebnis der zweiten Abfrage vorgestellt: Es bleibt bei der Gestaltungsvariante mit einem "grünen Kreuz" als Ortsmitte.

Bald sind die Politiker an der Reihe, gestern waren es zuvor jedoch noch einmal die von der Umsiedlung betroffenen Menschen aus Keyenberg, Kuckum, Berverath, Unter- und Oberwestrich, die über die Planung ihres neuen Orts berieten. Der wird bei Borschemich (neu) liegen. Das stand fest. Gestern wurde nun ebenfalls ermittelt, dass der Ort eine grüne Mitte in Kreuzform haben soll, dass er ringförmig von zwei Straßen erschlossen wird und dass Besucher zuerst auf einen Dorfplatz zufahren, der zwischen Erkelenz und Rath-Anhoven von der B 57 zu erreichen sein wird.

In einer Arbeitssitzung nach dem letzten Forum zur Umsiedlung, das am 6. Juli ebenfalls eine Mehrheit für die städtebauliche Variante eins mit der grünen Mitte in Kreuzform erbracht hatte, setzte sich der Bürgerbeirat dafür ein, dass es noch eine weitere Befragung geben soll. Auf der Internetseite begründeten die Mitglieder: "Die erfolgte ,Tendenzabfrage' im Rahmen des letzten Forums war mit einer Beteiligung von 63 Bürgern nicht repräsentativ." Deshalb konnten alle Bewohner während der Sommerferien noch einmal per Postkarte zwischen den zwei zuvor verbliebenen städtebaulichen Varianten abstimmen.

Das Ergebnis wurde gestern Abend in der Keyenberger Mehrzweckhalle mit Spannung erwartet. Es sprachen sich 106 Haushalte für Variante eins aus, was 55 Prozent der Teilnehmer sind. Damit hat der Bürgerbeirat tatsächlich noch einmal mehr Menschen beteiligt, denn es ist davon auszugehen, dass in den 193 teilnehmenden Haushalten teils mehrere Personen leben. Insgesamt gibt es 684 Haushalte in den fünf Orten — die Beteiligungsquote beträgt damit 28 Prozent. "Das ist eine sehr gute Basis für eine sehr wichtige Entscheidung", hob Hans-Willi Peters, Vorsitzender des Bürgerbeirats, hervor. "Wir haben ein Ergebnis, mit dem wir weiterarbeiten können."

Formell muss der Bürgerbeirat diese Gestaltungsvariante nun dem Erkelenzer Braunkohlenausschuss vorschlagen, der muss darüber dann abstimmen — in Erkelenz geht diese Entscheidung danach bis zum Stadtrat, woraufhin der die Bezirksregierung auffordert, das Planverfahren fortzusetzen.

Unbeteiligt werden die betroffenen Menschen in dieser Zeit nicht sein. Das machten gestern die Moderatoren und Stadtplaner Ulrich Wildschütz und Professor Rolf Westerheide deutlich. In vier Arbeitsgemeinschaften können sich Interessierte demnächst zu den Themen 1) Energie und Gebäudetechnik, 2) Ver- und Entsorgung, Ökologie und Landschaft, 3) Mobilität, Lärm und Infrastruktur sowie 4) Demografie, Wohnformen und Gestaltung einbringen. "Diese AGs sollen im weiteren Prozess beraten", erklärte Westerheide, und die Ergebnisse sollen in etwa einem Jahr in eine detaillierte Planung münden, die sich mit der künftigen Bebauung befasst.

Noch ein weiteres Ergebnis teilte der Beirat gestern mit: 440 Menschen haben eine Liste unterschrieben, die schon an NRW-Umweltminister Johannes Remmel übergeben wurde. Ziel soll sein, dass das Land darauf einwirkt, dass RWE Power ökologische Ausgleichsmaßnahmen für den Tagebau im neuen Umsiedlungsort tätigt und nicht fernab in der Rekultivierungsfläche. RWE solle damit helfen, am neuen Ort an die heutige Niersaue zu erinnern.

(RP)
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