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Erkelenz/Kempen: Michael Druyen zum Priester geweiht

Erkelenz/Kempen : Michael Druyen zum Priester geweiht

Druyen wurde in Aachen geweiht und feierte die Primiz in Kempen, seiner Heimatstadt. In Erkelenz, wo er seit zwei Jahren tätig ist, ist für Sonntag zur Nachprimiz eingeladen.

Michael Druyen, der vor knapp zwei Jahren nach seinem Studium zunächst als Praktikant an die Christkönig-Pfarrei Erkelenz kam, ist im Aachener Dom zum Priester geweiht worden und feierte anschließend in der Propsteikirche in Kempen die Primiz, also der ersten Messe in der Heimat. Sehr viele Menschen waren gekommen, um diese mit ihm zu erleben.

Es war eine beeindruckende Feier. "Du bist Sprachrohr", sagte Propst Thomas Eicker zur Begrüßung an Druyen gewandt, und dies in einer bewegten und bewegenden Welt. Er nahm damit Bezug auf die biblische Geschichte zum Pfingstfest. Die Apostel und Jünger Jesu waren 50 Tage nach der Kreuzigung und Auferstehung des Herrn zusammengekommen. Nach der Apostelgeschichte heißt es, dass Feuerzungen auf sie hernieder kamen und sie konnten auf einmal in fremden Stimmen reden, um den Glauben über die Welt zu verteilen. Dieses Thema zog sich durch den ganzen Gottesdienst. Eicker gab seinem neuen Mitbruder auf den Weg, mutig und hoffnungsfroh zu sein.

Pfarrer Frank Schürkens, der bis 2011 Kaplan in Kempen gewesen war, kennt Druyen aus der Jugendarbeit. Auch er nahm Bezug auf die Pfingstgeschichte, und er zitierte den verstorbenen Bischof von Aachen, Klaus Hemmerle. Der hatte gesagt, der Mensch muss lernen, denken und sprechen, um mit Gott unterwegs zu sein. Besonders hob er hervor, wie sehr sich Druyen während seines Studiums mit den theologischen Sprachen, vor allem dem Hebräischen beschäftigte. Er gab ihm mit auf den Weg, alte Traditionen zu verstehen, aber auch den Übergang zum Neuen. Dem Glauben nachzugehen, heiße auch, ihn neu zu entdecken. Das Sprachwunder von Pfingsten sei ein Zeichen der Einheit. Darin zu leben in Freud und Leid, wäre die Aufgabe für alle. Druyen selbst wünschte er, dass seine Begabungen als Quelle immer sprudeln sollen.

Von der Kempener Pfarrgemeinde gab es ein besonderes Geschenk. Traditionell bekommt der Neupriester ein Messgewand, das ihn für sein ganzes Leben begleiten soll. Das Gewand für Druyen nimmt wiederum den Pfingstgedanken auf. Auf der Vorderseite sind sieben Flammen zu sehen. Sie stehen für die Gaben, die den Aposteln an Pfingsten durch den Heiligen Geist gegeben wurden. Dies sind Weisheit und Einsicht, Rat und Erkenntnis, sowie Stärke, Gottesfurcht und Frömmigkeit. Gefertigt wurde das Gewand von den Benediktinerinnen in Mariendonk. Auch damit hat es einen besonderen Bezug zur Heimatgemeinde.

Druyen ergriff das Schlusswort. Lange vorher habe er sich Gedanken gemacht, ob denn alles funktioniere an diesem Tag. Aber was er an diesem Wochenende erlebt habe, übertreffe alles, was in seinem Kopf war. Er dankte den vielen Menschen, die an der Ausrichtung dieses besonderen Tages beteiligt waren. Besonders freute ihn offensichtlich, dass mit Eicker, Schürkens sowie Pfarrer Werner Rombach von der Christkönig-Pfarrei in Erkelenz Wegbegleiter an seiner Seite waren.

Für Michael Druyen, der vor einem Jahr bereits zum Diakon geweiht worden war, sind die Festtage indes noch nicht zu ende. Am Sonntag, 27. Mai, ab 10 Uhr, findet in St. Lambertus Erkelenz die mit Musik festlich gestaltete Nachprimiz mit anschließendem Empfang im Pfarrzentrum statt. "Es wäre schön, wenn die Gemeinde durch ihr Mitfeiern ihren Dank für sein bisheriges Wirken in Christkönig und ihre Solidarität bekundet. Während des anschließenden Empfangs wird ihm dann das Geschenk der Gemeinde, ein schwarzes Messgewand, überreicht. Und die Gemeinde hat die Gelegenheit, ihrem Neupriester persönlich zu gratulieren", schreibt Rombach im aktuellen Pfarrbrief.

Die Gelegenheit zum Empfang des Primizsegens ist dann am kommenden Sonntagnachmittag, 27. Mai, um 17 Uhr in der Vesper gegeben, die der Neupriester gestaltet und hält.

(RP)