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Erkelenz: "Bäume für Innenstadt wichtig"

Erkelenz : "Bäume für Innenstadt wichtig"

Kritik am Zupflastern von Pflanzstellen, an denen im Stadtkern von Erkelenz bisher Bäume standen, wurde zuletzt laut. Beigeordneter Lurweg reagiert.

In der Innenstadt von Erkelenz sind in der jüngsten Zeit einige Bäume gefällt und nicht ersetzt worden. Ansgar Lurweg, der Technische Beigeordnete der Stadt, erklärt, dass dies nicht zu verhindern gewesen sei und greift die Kritik einer Bürgerinitiative und der Ratsfraktion der Grünen auf. "Bäume sind für die Innenstadt wichtig. Und uns ist es wichtig, überall dort Bäume zu pflanzen, wo dies möglich ist. Unsere vielen Versuche, die zur Diskussion stehenden Baumstandorte zu retten, haben allerdings nicht gefruchtet."

Dass sich Bürgerprotest gegen das Fällen städtischer Bäume im Zentrum von Erkelenz zu formieren beginnt, hatte unsere Redaktion im März am "Bürgermonitor" berichtet. Vor rund 14 Tagen traten dann die Grünen mit ihrer Kritik hinzu, die Stadtverwaltung schaffe Fakten. Sie hätten einen Antrag auf Nachpflanzung der gefällten Bäume - die Linde vor dem Alten Rathaus und weitere Bäume zwischen dem Kölner Tor und Markt - gestellt, doch ohne dass dieser von der Politik beraten worden wäre, habe die Stadt damit begonnen, die Baumstandorte zu zu pflastern.

Stehen lassen will der Technische Beigeordnete Lurweg diese Kritik so nicht. Der Grünen-Antrag habe auf der Tagesordnung des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung gestanden, sei dort aber nicht beraten, sondern auf Wunsch der Antragsteller in den Umweltausschuss verwiesen worden: "Die Stadt hatten den Auftrag für die Pflasterarbeiten erteilt, bevor der Antrag der Grünen im März bei uns eingegangen war. Um diesen im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung beraten zu können, haben wir dann aber die Ausführung der Arbeiten zurückgehalten." Dort sei dann aber keine Beratung erfolgt, und länger habe der Auftrag nicht mehr ruhendgestellt werden können. Davon abgesehen, hält Ansgar Lurweg es für unproblematisch, die alten Pflanzstellen der Bäume jetzt zu verschließen, "was allein schon aus der Verkehrssicherungspflicht heraus geboten ist". Man könne sie schließlich auch wieder öffnen. Erkelenz bereitet sich darauf vor, ein Konzept für die künftige Innenstadtgestaltung zu entwickeln. Für den Technischen Beigeordneten gehört dort hinein auch die Frage, wo und wie viel Grün im Stadtkern gepflanzt sein soll. "Bäume sind wichtig. Sie haben eine ökologische, belebende und eine gestalterische Funktionen. Bäume prägen den städtischen Lebensraum ganz wesentlich, und darüber hinaus erweitern sie diesen auch für Tiere." Für Lurweg steht fest, dass Bäume und Grün in der Konzeptionsphase eine Rolle spielen werden: "Für mich ist als Ergebnis durchaus vorstellbar, das Pflaster der Kölner Straße anschließend wieder für neue Bäume zu öffnen oder andere Lösungen zu finden."

Die alten Bäume jedenfalls seien stark geschädigt oder bereits abgestorben gewesen, "und die Pflanzflächen waren in ihrer bisherigen Größe nicht mehr als artgerecht zu betrachten", erklärt Lurweg. Zudem hinderten unterirdische Leitungen und Kanäle die Bäume im Wachstum. Dies gelte auch für die verbliebenen Bäume zwischen Markt und Kölner Tor, erläutert Lurweg. In diesem Zusammenhang weist er aber noch auf ein weiteres Problem hin: "Der Kanal in diesem Bereich gehört vom Zustand zu den schlechtesten in der gesamten Innenstadt. Dort werden wir ab dem Jahr 2021 sanieren müssen, weshalb dann auch die jetzt noch auf dem Teilstück stehenden letzten Bäume entnommen werden müssen. Wir müssen Hausanschlüsse, Wasser- und Gasleitungen erneuern." Im Anschluss, so erwartet Lurweg, könne dann auf die Ergebnisse des Innenstadt-Konzepts aufgebaut und geeignete neue Pflanzflächen genutzt werden.

(spe)