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Erkelenz: "Handwerk bietet attraktive Karriereoptionen"

Erkelenz : "Handwerk bietet attraktive Karriereoptionen"

Der Nachwuchs und wie das Handwerk ausreichend und die richtigen neuen Kräfte gewinnen kann - das war das Thema von Handwerkskammerpräsident Dieter Philipp.

Handwerksunternehmen sind gefordert, verstärkt um Nachwuchskräfte zu werben. An den allgemeinbildenden Schulen muss die Berufsorientierung verbessert werden. Und ein Azubi-Ticket ist einzuführen. Diese Appelle und Wünsche äußerte Dieter Philipp, Präsident der hiesigen Handwerkskammer, bei deren Vollversammlung in Aachen.

"Wenn es für Studierende subventionierte Semestertickets und gebührenfreie Lehre gibt, dürfen wir ebenso ein Azubi-Ticket für Lehrlinge und eine weitgehende Kostenübernahme für die Meistervorbereitung erwarten", erklärte Philipp im Krönungssaal des Aachener Rathauses und rief zugleich dazu auf, in der Schulentwicklung nachzujustieren: "Es ist ratsam, Sekundar-, Real- und Hauptschulen wieder zu einem besseren Image zu verhelfen." Philipps Thema war der Nachwuchs und wie das Handwerk ausreichend und die richtigen neuen Kräfte gewinnen kann. So erklärte er, dass "die bislang unzureichende Berufsorientierung an allgemeinen Schulen dringend verbessert werden" müsse. Die Jugend müsse erfahren, dass es im Handwerk attraktive Karriereoptionen bis hin zum Meister und zur Gründung eines eigenen Betriebs sowie berufliche Chancen in Zukunftsfeldern wie der Energiewende, E-Mobility und Smart Home gebe. Außerdem sei es notwendig, dass junge Menschen von den Alternativen erführen, bei denen die berufliche Bildung integriert wird, wie etwa beim dualen oder trialen Studium. Allerdings sind für Dieter Philipp auch die Unternehmen bei der Nachwuchsgewinnung gefragt, heißt es in einer Zusammenfassung der Handwerkskammer zur Vollversammlung in Aachen: "Nur attraktive Arbeitgeber bekommen gute Leute, vielversprechende Talente." Deshalb böten immer mehr Handwerksbetriebe Bewerbern zusätzliche Anreize, um sie für sich zu gewinnen. Jungen Menschen sei zudem wichtig, dass im Unternehmen ein gutes Betriebsklima herrsche. Sehr bedeutend sei auch, dass die Unternehmen auf einem zeitgemäßen technologischen Stand seien.

Philipp begrüßte die guten Ansätze in den Koalitionsverträgen sowohl für den Bund als auch für NRW. Die Landesregierung mache Ernst mit ihrer Ankündigung, sich mit den Vorschlägen der Enquete-Kommission des vergangenen Landtags zur Zukunft von Handwerk und Mittelstand intensiv auseinanderzusetzen. Außerdem schaffe sie, wie vom Handwerk gefordert, die Hygieneampel, "ein bürokratisches Monstrum ohne praktischen Nutzen, aber mit zusätzlichem Aufwand für die Betriebe des Nahrungsmittelhandwerks", ab. Mit dem zweiten Entfesselungspaket schaffe sie verlässlichere Rahmenbedingungen für mehr Flexibilität bei der bedarfsgerechten Planung von Siedlungs- und Gewerbeflächen. Außerdem beinhalte der Entwurf Vereinfachungen für Existenzgründer sowie die Einführung der elektronischen Rechnung. Auf bundespolitischer Ebene hob Philipp das deutlicher erkennbare Eintreten für die Gleichstellung der dualen Berufsausbildung mit der akademischen Ausbildung hervor.

(spe)