Wohnmobile am Lindendorfplatz in Haldern: SPD scheitert mit Antrag

Haldern : Lindendorfplatz bringt SPD Ärger ein

Ein SPD-Antrag für Wohnmobil-Stellplätze mit Ver- und Entsorgungsstation auf dem Lindendorfplatz hat vor allem beim Heimatverein für Verärgerung gesorgt. Im Rat wurde das Vorhaben jetzt abgelehnt.

Zu ihrem Lindendorfplatz haben die Halderner eine ganz besondere Beziehung. Als vor Jahren dort einmal Pläne für eine Wohnbebauung im Gespräch waren, gab es schnell Widerstand, das Vorhaben wurde fallengelassen. Jetzt hat sich die SPD in Haldern Ärger eingehandelt, erneut geht es um den Lindendorfplatz.

In einem Antrag, der am Mittwoch im Rat behandelt wurde, hatten die Genossen vorgeschlagen, einige Wohnmobilstellplätze einschließlich der notwendigen Ver- und Entsorgung einzurichten, damit auch Wohnmobilisten „das schöne Lindendorf“ besuchen können, wie es in dem Antrag hieß.

Die Idee stieß vor allem beim Heimatverein, der sich um den Platz kümmert, auf wenig Gegenliebe, zumal die SPD mit den Vereinen auch gar nicht über ihr Vorhaben gesprochen hatte.

Offenbar war der dadurch losgetretene Unmut zur SPD vorgedrungen. Am Mittwoch in der Ratssitzung wollte sie ihren eigenen Antrag zwar nicht zurückziehen, aber von der Tagesordnung nehmen, weil es noch Beratungsbedarf gäbe, so Fraktionschef Peter Friedmann. Doch diesen Gefallen tat die CDU der SPD nicht. „Wir möchten heute noch eine Entscheidung“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Dieter Karzcewski.

In der anschließenden Beratung versuchte Friedmann den Antrag zu relativieren. „Wohnmobile sind im Moment der Renner und wir wollen auch Haldern touristisch fördern. Wir haben lediglich um die Prüfung einer Möglichkeit für einen Stellplatz am Lindendorfplatz gebeten und ihn nicht beantragt“, sagte er — und erhielt sogleich Widerspruch von Bürgermeister Christoph Gerwers. „Genau das steht in Ihrem Antrag und weil sie nicht vorab mit den Vereinen gesprochen haben, fällt Ihnen das Thema jetzt auf die Füße.“

Die CDU lehnte die Stellplätze an dieser Stelle kategorisch ab: „Um die Aktivitäten auf diesem Platz nicht einzuschränken, haben Wohnmobile hier nichts verloren“, sagte Dieter Karczewski. Auch sein Fraktionskollege Johannes Erlebach aus Haldern reagierte mit Unverständnis. „Bei den Schützen hat das hohe Wellen geschlagen. Der Antrag ist nicht sinnvoll strukturiert“, warf er der SPD vor, deren Anliegen schließlich mit deutlicher Mehrheit abgelehnt wurde.

Zuvor hatte sich noch Harry Schulz (SPD) in der Debatte zu Wort gemeldet. Er mochte den Antrag nicht nur auf Haldern bezogen sehen. „Wir möchten unser Anliegen erweitern und ganz allgemein wissen, in welchen Ortsteilen solche Stellplätze möglich wären.“

Kämmerer Andreas Mai machte dabei jedoch gleich klar, dass eine kleine Ausgabe eines Wohnmobilstellplatzes mit Ver- und Entsorgungsstation zu teuer sei. „Das ist einfach unfinanzierbar“, erklärte er und verwies darauf, dass selbst der große Stellplatz neben dem Reeser Schwimmbad nur einen vergleichsweise kleinen Gewinn abwerfe. „Das sollte man daher besser konzentrieren. Vielleicht ist ja so eine zweite Anlage mal irgendwann am Reeser Meer möglich.“

(Markus Balser)
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