Wanderausstellung "Mitten im Leben" wird im PAN-Kunstforum Emmerich eröffnet

PAN-Kunstforum : Einfühlsame Lebensgeschichten im PAN

Eine Wanderausstellung, die am Freitag in Emmerich eröffnet wird, zeigt, wie Menschen mit psychischen Erkrankungen leben.

Die Organisation Spix ist vor allem im Kreis Wesel bekannt. Dabei betreibt der gemeindepsychiatrische Träger mit Sitz in Xanten auch in Emmerich an der Arnheimer Straße eine Werkstatt, in der — ganz ähnlich wie bei der Lebenshilfe Unterer Niederrhein — Menschen mit einem Handycap ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden soll. Der Unterschied: „Wir helfen Menschen mit seelischer und psychischer Erkrankung“, erklärt Dr. Jo Becker, Gründer und Geschäftsführer von Spix.

Becker weiß: „Burn out und Depression sind in aller Munde. Aber sie sind oft auch heilbar. Schwere psychische Erkrankungen hingegen, die chronisch sind, werden immer noch tabuisiert, obwohl sie durchaus häufig vorkommen.“ Dem möchte er entgegen wirken und hat daher ein Buch veröffentlicht, in dem 20 Erkrankte mit ihrer Lebensgeschichte porträtiert werden. Aus ihrer sicht, aus Sicht von Angehörigen und aus Sicht der behandelnden Fachkräfte. Aus dem Buch „Experten für Eigensinn““ ist jetzt auch eine interessante Wanderausstellung mit dem Titel „Mitten im Leben“ geworden. Am Freitag, 12. Juli, wird sie um 16 Uhr im Untergeschoss des PAN-Kunstforums von Bürgermeister Peter Hinze eröffnet. Auf 18 Plakaten wird dabei die Lebensgeschichte von Erkrankten, die aus den Kreisen Kleve und Wesel bis Oberhausen stammen, in knappen Sätzen erzählt. Wie meistern sie ihren Alltag? Welche Vorlieben haben sie? Wie lautet ihre Diagnose?

Während die Texte von Jo Becker stammen, wurden die dazugehörigen Fotos von der Reeser Fotografin Daniela Schlutz einfühlsam aufgenommen. Sie bringt die Lebensgeschichte ihrer „Modelle“ gut auf den Punkt. Etwa bei jenem Mann, der sich nichts sehnlicher als den Aufstieg des MSV Duisburg wünscht, oder jener Frau, die nach schwerem Alkoholismus einen Partner und damit auch wieder einen Anker in ihrem Leben gefunden hat.

Spix begleitet diese Menschen, hilft ihnen bei der Wohnungssuche, der Haushaltsführung oder bei Arztbesuchen. Ermöglicht ihnen auch Arbeit in den Werkstätten. „Unsere Hilfe zielt seit den 1980er Jahren auf das ab, was man heute Inklusion nennt“, erklärt Jo Becker.

Die Ausstellung im PAN wird bis zum 30. September zu sehen sein. Für Besucher wichtig: Weil die Renovierung des Kunstforums, das unter anderem ein neues Parkett erhalten hat, länger dauert, als geplant, müssen Gäste vom Haupteingang aus gleich ins Untergeschoss gehen. Das PAN ist über das Wochenende bis inklusive Montag geschlossen. Ab Dienstag hat es bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Reimund Sluyterman vom PAN-Verein geht davon aus, dass das Museum ab Ende August wieder regulär öffnen kann. Die nächste Kunstausstellung mit Werken von Heiner Schlesing ist bereits geplant.

Das Buch „Experten für Eigensinn“ ist im Buchhandel erhältlich und wird auch im PAN zu bekommen sein. Es kostet 20 Euro. Unter info@spix-ev.de wird es auch versandkostenfrei nach Hause geschickt.

(Markus Balser)