Haldern Pop: So wird das Gelände für das Festival fit gemacht

Festival : So wird das Festival-Gelände fürs Haldern Pop fit gemacht

Haldern Pop 2018: Hier findet das Festival statt

Die Bühne des Haldern-Pop-Festivals hat sich über die Jahre immer wieder verändert. Seit dem ersten Open Air zeichnet Dirk Schmidt-Enzmann für die Bauten verantwortlich, die bis heute werbefreie Zone bleibt.

Sie spielt nur eine Nebenrolle und hat trotzdem tragende Funktion. Sie ist nur eine Plattform und dennoch wichtiger Bestandteil der Außendarstellung des Haldern-Pop-Festivals. Wenn es am 9. August in seine 35. Auflage geht, werden die Fans wieder vor ihr stehen und sich wie zuhause fühlen können. Die Bühne des Haldern Pop, „ein bisschen ist das auch unser Wohnzimmer“, sagt Organisator Stefan Reichmann.

Das Festival und seine Bühnen – das ist eine dieser typischen Haldern-Geschichten. Nicht nur, dass sie eine der wenigen großen Festival-Bühnen ist, die bis heute werbefrei geblieben ist, schon allein der Aufbau ist ein festes Ritual. Hier packt das Dorf mit an, hier wurden und werden Freundschaften geschlossen. Eine Freundschaft, die dem vorausging, dauert schon seit über drei Jahrzehnten an: Seit dem ersten Open Air auf dem Reitplatz zeichnet Dirk Schmidt-Enzmann für die Bühne verantwortlich.

Die Bühne als „Wohnzimmer“: Blick auf das Festivalgelände im vorletzten Jahr.

Rückblende: Bereits als das Haldern Pop noch eine „Sause“ und kein Festival war, hatten Stefan Reichmann und seine Freunde von einer echten Bühne und Liveauftritten mit Bands geträumt. Dass es dazu kam, da half auch der Zufall kräftig mit. Auf der Berufsschule hatte Reichmann von den Fähigkeiten Dirk Schmidt-Enzmanns gehört, der in legendären Schuppen der Region für Sound und Licht sorgte, und ihn gleich kontaktiert. Der heutige Geschäftsführer der Willicher Firma Media Spectrum hatte zwar noch nie eine Konzertbühne gebaut, aber nach einem ersten Treffen sofort zugesagt. Der neue Mitstreiter sorgte für die Technik und Bühnenaufbauten, das eigentliche Bühnenpodest schreinerten die Haldern-Pop-Macher aus einem Dachstuhl und alten A-Trägern zusammen. Doch schon beim nächsten Open Air war die Bühne professioneller, diesmal auch ganz in den Händen von Schmidt-Enzmann.

Diese Bühne stand bis 2012 auf dem Reitplatz.

Dessen Firma ist heute vorwiegend im Messegeschäft für die Industrie tätig. Dem Festival ist er aus Freundschaft verbunden geblieben. Auch dieses Jahr wird Media Spectrum wieder die Bühne für den alten Reitplatz liefern. Übrigens, auch das ist typisch Haldern, ohne dass irgendetwas schriftlich fixiert worden wäre. Man kennt, schätzt und verlässt sich auf einander.

Die erste Haldern-Pop-Bühne anno 1984.

Über die Jahre hinweg hat sich Gesicht der Haldern-Bühne stark verändert. Sie ist größer geworden, hat das Maximum dessen erreicht, was für Haldern möglich ist. Die Rundkuppel der frühen Jahre wurde Anfang des Jahrtausends durch ein moderneres Modell abgelöst.  Seit fünf Jahren treten die Haldern-Bands auf der „Sun Beam“ auf. Sie ist 16 Meter breit und überdurchschnittliche zehn Meter hoch. Ihr Dach, das anfangs aus Folie und später aus Aluminium-Konstruktionen bestand, scheint nicht nur Musiker, sondern auch das Publikum zu schützen. „Eine Bühne, die dennoch ganz leicht und filigran wirkt. Ganz anders als eine typische Rock’n’Roll-Bühne“, findet Schmidt-Enzmann.

Die Rundbühne prägte lange Zeit das Gesicht des Festivals.

Für das Publikum ist allerdings nur ein Teil der Bauten sichtbar. Das an sich Entscheidende spielt sich im Verborgenen ab. Denn die Bühne ist aufgrund der beengten Verhältnisse auf dem alten Reitplatz so konzipiert, dass möglichst jeder Meter zum optimalen Auf- und Abbau der Technik genutzt werden kann. Was über die Jahre nicht gerade einfacher geworden ist. „Die Bands kommen mit immer mehr Equipment.  Das macht die Sache komplizierter“,  erklärt  Schmidt-Enzmann. Daher auch die Tiefe von 12 Metern. Auf die kommt’s an. Sie bietet den Raum, der notwendig ist, um die Umbauphasen möglichst kurz zu halten.

Dass Haldern einmal eine größere Bühne als die jetzige bekommt, kann sich Schmidt-Enzmann nicht vorstellen. „Zum einen wäre das aufgrund der Platzverhältnisse kaum denkbar, zum anderen würde das zu diesem Festival auch gar nicht passen“, ist er sich sicher.

(bal )
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