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Emmerich: Betuwe: Fünf-Meter-Mauern gegen Lärm

Emmerich : Betuwe: Fünf-Meter-Mauern gegen Lärm

Zwei bis fünf Meter hoch werden die Schallschutzmauern, die sich durch Praest, Vrasselt, Emmerich und Hüthum ziehen. Dabei soll es südlich der Gleise einige "Lücken" geben. Die Pläne für Elten liegen noch nicht vor.

Die Bahnlinie wird auf weiten Strecken "eingemauert". Das schützt die Anwohner vor Lärm — dafür blicken sie vor hohe Wände. Dies sind die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Welche Formen des Lärmschutzes kommen? Größtenteils Lärmschutzwände. Stellenweise wird darauf verzichtet, und es kommt "das besonders überwachte Gleis". Das bedeutet: Die Gleise werden "glattgeschliffen", damit die Züge möglichst geringe Geräuschpegel verursachen. Wo es in Gebäuden trotz allem zu laut ist, haben die Anwohner zusätzlich Anspruch auf "passiven Schallschutz", etwa den Einbau von Schallschutzfenstern. Lärmschutzwälle — breiter und begrünt — kommen für Emmerich nicht infragen, "da zu wenig Platz vorhanden ist", stellt die Bahn fest.

Wie sollen die Lärmschutzwände aussehen? Im Planfeststellungsabschnitt "Praest" (siehe Infokasten) sind die Wände drei bis vier Meter hoch, in "Emmerich" zwischen zwei und fünf Metern. Wie sie an einem Ort konkret gestaltet werden, wird erst nach dem Planfeststellungsverfahren bestimmt. Durchsichtige Schallschutzwände sind aber nicht angedacht, "da es keine durchsichtigen Wände gibt, die hoch schallabsorbierend sind", schreibt die Bahn.

In beiden Gebieten zusammen werden auf beiden Seiten der Gleise insgesamt 16 Kilometer Lärmschutzwände gebaut — je acht in "Praest" und "Emmerich".

Wie verlaufen die Schallschutzwände im Abschnitt "Emmerich"? Auf der nördlichen Seite der Gleise soll die Wand an der Eisenbahnbrücke "Weseler Straße" beginnen. Von da aus läuft sie, nur unterbrochen durch den Bahnhof, durchgehend durch die ganze Stadt bis zum Ende des Planfeststellungsabschnitts. Anders ist das auf der südlichen Seite der Gleise: Dort sind "Lücken" geplant. Am Abschnittsbeginn steht von Praest aus gesehen noch ein rund 300 Meter langes Stück Wand. Danach beginnt die Mauer erst hinter dem Bahnhof wieder, und sie endet kurz hinter dem Bahnübergang "Borgheeser Weg". Ab "Ingenkampstraße" gibt es wieder eine Mauer, die bis zum Abschnittsende reicht.

Wann können die Bürger sich einbringen? Die Ausbaupläne für den Abschnitt "Emmerich" sind inzwischen durch das Eisenbahnbundesamt überprüft worden und liegen jetzt zur Überarbeitung bei der Bahn. Während der so genannten "Offenlage" können Bürger sie einsehen und Einwände vorbringen, ein konkretes Datum dazu gibt es noch nicht.

Die Offenlage der Ausbaupläne für "Praest" hat schon stattgefunden. Sollten Bürger dazu noch Fragen haben, "können sie sich gerne an uns wenden", so die Bahn.

Nach welchen Kriterien wird über Lärmschutzmaßnahmen entschieden? Es wird ergründet, wie viele Bürger wie stark durch Lärm betroffen sein werden. Dazu werden Lärmpegel nicht gemessen, sondern errechnet. Eine Vielzahl von Daten spielt dabei eine Rolle: prognostizierte Zugzahlen, Geschwindigkeiten, die Art der Züge, Abschirmung von Schall durch Gebäude und so weiter. Das Ganze mündet in Konzepte, um "Grenzwertüberschreitungen" zu verhindern. Und dann haben "aktive Schallschutzmaßnahmen" wie Lärmschutzwände "immer Vorrang vor passiven Maßnahmen", erklärt die Bahn.

Wann wird der Lärmschutz gebaut — vor oder nach dem dritten Gleis? Wo Lärmschutz gebaut werden könne, ohne den sonstigen Ausbau zu behindern, werde er vorher in Angriff genommen. "In allen anderen Bereichen parallel, so dass mit Inbetriebnahme des dritten Gleises auch der Lärmschutz fertiggestellt ist."

Wo verläuft das dritte Gleis? Im Abschnitt "Praest" verläuft das dritte Gleis von Rees kommend bis auf Höhe des Neubaugebietes Praestsches Feld "bahnlinks", also südlich der vorhandenen Gleise. Danach wechselt es die Seite und verläuft nördlich der alten Gleise bis zum Bahnhof. Hinter dem Bahnhof geht es dann wieder auf südlicher Seite weiter bis zum Ende des Abschnitts "Emmerich", also 3.4. "Wir wechseln die Ausbauseite, damit wir möglichst wenig fremde Grundstücke in Anspruch nehmen und um die Belange des Umwelt- und Artenschutzes zu berücksichtigen", erläutert die Bahn.

(RP)