Fußball: Jörg Kessen gibt heute seinen Abschied: "Es tut schon weh"

Fußball: Jörg Kessen gibt heute seinen Abschied: "Es tut schon weh"

Während der Ausgang des Kreispokalspiels des Fußball-Landesligisten DSV 1900 beim A-Liga-Aufsteiger 1. FC Hagenshof (heute, 19 Uhr) völlig offen ist, steht eines fest: Es wird emotional werden in den Reihen der Wanheimerorter.

Mit dem Abpfiff der Partie, in der der Sieger das Ticket für den Niederrheinpokal löst, endet an der Düsseldorfer Straße eine Ära. Die Ära von Trainer Jörg Kessen.

Über Jahre führte Kessen den DSV weg vom Graue-Maus-Image hin zu einer spielstarken Landesligatruppe, der längst viele den Aufstieg zu trauen. Mit Fingerspitzengefühl und seinem ganz speziellen Umgang mit jungen Spielern kam Kessen an und erfreute sich vor allem in Spielerkreisen großer Beliebtheit.

Zahlreiche frühere Weggefährten lockte Kessen erfolgreich zum DSV. "Es ist immer schön für einen Trainer, wenn die Spieler noch einmal mit einem zusammen arbeiten wollen. Das ist eine Bestätigung", erklärt Kessen, der vor seinem letzten Auftritt auf der DSV-Trainerbank voller Wehmut ist: "Es tut schon weh, diese tolle Mannschaft zu verlassen. Sie hat zuletzt Woche für Woche für mich gespielt. Ich habe noch nie zuvor so eine charakterstarke Truppe trainiert."

Auch wenn Unstimmigkeiten mit dem Vorstand zum Abschied von Kessen führten, geht der Trainer mit einem positivem Gefühl: "Ich hatte eine sehr schöne Zeit beim DSV. Nun möchte ich mich mit einem Sieg verabschieden."

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Auch für einige Spieler ist es der letzte Auftritt im DSV-Trikot. Mit Manuel Lemke (TuS Bösinghoven) und Deniz Hotoglu, der nun in der Regionalliga für den FC Kray aufläuft, verabschieden sich zwei Akteure, die unter Kessen beim DSV zu Leistungsträgern gereift sind. "Das war mein Ziel. Ich wollte Spielern weiterhelfen und ihnen den Sprung in höhere Ligen ermöglichen", kommentiert Kessen.

Außerdem schnüren Frank Cho und Hüseyin Ince das letzte Mal die Fußballschuhe für die Wanheimerorter. Kessen verzichtete am vergangenen Sonntag auf das letzte Landesligaspiel seiner Elf bei Borussia Bocholt (2:1). Der scheidende Trainer entschied sich dafür, dem Endscheidungsspiel um den Kreisliga-A-Aufstieg zwischen dem 1. FC Hagenshof und Rheinland Hamborn beizuwohnen.

Beim 1:0-Sieg der Hagenshofer sammelte Kessen wichtige Erkenntnisse: "Das ist eine gute Mannschaft mit einigen sehr unangenehmen Spielern, die vor allem sehr schnell sind. Nach dem Aufstieg stecken sie voller Euphorie. Ist doch klar, dass sie jetzt auch noch das I-Tüpfelchen schaffen wollen. Egal wie das Spiel ausgeht, meinen Respekt hat diese Mannschaft sich schon verdient", erklärt Kessen, der dennoch vom Sieg seiner Elf überzeugt ist: "Wir sind der Favorit. Ich bin mir sicher, dass wir gewinnen."

Ein schöner Abschluss der Kessen-Ära wäre der Einzug in den Niederrheinpokal allemal.

(tiwi)
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