Profile-Konzert trotz dem Wasserschaden im Duisburger Stadttheater

Samtig-schwungvolle Besetzung : Profile-Konzert trotzt dem Wasserschaden

Im Vorderhaus des Duisburger Theaters merkt man nichts davon, dass der größte Teil des Hauses am vergangenen Freitag durch die Sprinkleranlage geflutet wurde und nun erst einmal nicht bespielt werden kann (die RP berichtete).

Die Foyers sind davon nicht betroffen, und so konnte Sonntagvormittag das vierte Profile-Konzert „Let’s Dance – Heimat und Aufbruch: Tänze aus aller Welt“ wie geplant stattfinden.

Obwohl das beliebte Mercator-Ensemble aus dem Dunstkreis der Duisburger Philharmoniker auch diesmal ein eher populäres Programm zusammengestellt hatte, blieb das Publikum kleiner als sonst – vielleicht auch, weil sich nicht ganz herumgesprochen hatte, dass das Konzert trotz des Wasserschadens stattfand. Natürlich war die Katastrophe hier in aller Munde. So war zu hören, dass das Wasser hätte gestoppt werden können, wenn so früh am Morgen schon jemand vom Theater im Haus gewesen wäre, und so zwei Stunden ungehindert lief. Wie die philharmonischen Posaunisten ausgerechnet haben sollen, entsprechen die 80.000 Liter Wasser 8000 Kästen Bier. Oder wie es die Moderatorin, das war die in Duisburg lebende Journalistin Lena Siep, als „Eisbrecher“ sagte: „Das ist hier jetzt ein bisschen wie auf der ,Titanic‘: Unten im Keller stehen die Tontechniker schon knietief im Wasser, und hier in der ersten Klasse spielt noch ein Streichquartett.“

Das Mercator-Ensemble ist ein Streichquartett, bei dem statt einem Violoncello ein Kontrabass spielt – das entspricht dem Wiener Serenadenquartett, den „Partybands“ des 18. Jahrhunderts. Matthias Bruns und Peter Bonk (Violine), Eva Maria Klose (Viola) und Hanno Fellermann (Kontrabass) bewiesen im Opernfoyer wieder einmal, welche enorme stilistische Bandbreite sich für diese samtig-schwungvolle Besetzung arrangieren lässt. Es waren zweimal sieben Stücke, von den Alt-Wiener Tanzweisen „Liebesleid“, „Liebesfreud“ und „Schön Rosmarin“ von Fritz Kreisler über das „Sandpaper Ballet“ von Leroy Anderson (mit der Moderatorin als Solistin am Schleifpapier) bis zu dem Rembetiko-Lied „Misirlou“ („Ägyptisches Mädchen“) über die verbotene Liebe eines christlichen griechischen Mannes und eines muslimischen ägyptischen Mädchens, das der Sänger Tetos Dimitriadis populär machte, einem noch weiteren Publikum aber bekannt wurde durch die Version der Beach Boys, vor allem seit diese in dem Film „Pulp Fiction“ verwendet wurde. Da war eine Zugabe fällig, es wurde „Let’s do it!“ von Cole Porter.

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