Soziokulturelles Zentrum in Duisburg: Kulturdezernent Thomas Krützberg macht Hoffnung

Kulturdezernent macht Hoffnung : Zeitplan für Soziokulturelles Zentrum in Duisburg steht

Bei einer Akzente-Diskussion versprach Kulturdezernent Thomas Krützberg, die Sache nun vorantreiben zu wollen.

Fünfzehn Jahre Bemühungen um ein Soziokulturelles Zentrum in Duisburg – wenn wahrscheinlich auch nur vorerst –, scheinen kurz vor dem Abschluss zu stehen. Am Donnerstagabend wurde auf einer Diskussionsveranstaltung im Rahmen der „Utopien“-Akzente zu diesem Thema vom Duisburger Kulturdezernenten Thomas Krützberg nämlich folgende Bestandsaufnahme formuliert: „So nah an der Umsetzung eines Soziokulturellen Zentrums waren wir noch nie. Es gibt ein Fachkonzept, ein Finanzkonzept und jetzt auch einen möglichen neuen Ort dafür.“

Anlass zu dieser von nicht allen im vollbesetzten „Interkulturellen Projektraum 47“ geteilten Hoffnung, gibt ein konkreter Zeitplan, der im beiderseitigen Einvernehmen zwischen freier Szene und dem Kulturdezernenten auf besagter Veranstaltung öffentlich verabredet wurde. Danach solle sich am Dienstag oder Mittwoch nächster Woche die im November vergangenen Jahres gegründete „Ermöglichungsgruppe“, der Vertreter aus der freien Szene und der Duisburger Kulturverwaltung paritätisch besetzt angehören, unter Vorsitz von Krützberg mit dem Eigentümer der infrage kommenden Immobilie am Stapeltor 6, Christian Otto, zu einem Sondierungsgespräch treffen.

Unter der Voraussetzung, dass sich die dortigen Beteiligten darauf verständigen, das Projekt mit diesem Objekt weiterzuverfolgen (die federführende Initiative aus der freien Szene „DU erhält(st) Kultur“ hat ihr positives Votum dafür bereits abgegeben), soll das Thema gleich am Donnerstag, 11. April, über eine Fraktionsanfrage oder einen Fraktionsantrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Kulturausschusses kommen, so der Beigeordnete. Damit wäre das Thema im politischen Raum und könne dann den dafür vorgesehenen Gremienweg im Rathaus gehen. „Wenn das so kommt, werde ich“, so Krützberg, „alles daran setzen, den Entscheidungsprozess beschleunigend zu unterstützen, damit die auf der ersten Duisburger Kulturkonferenz beschlossene Erprobungsphase im vorgegeben Zeitrahmen durchgeführt werden kann.“

Luise Hoyer vom Verein „Kultursprung“ und damit Mitglied bei „DU erhält(st) Kultur“ und der „Ermöglichungsgruppe“ machte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass bis zum 15. Mai die selbst eingeworbenen und bereits zugesagten 23.000 Euro Bundesmittel als Fördergelder vom Fonds Soziokultur für die Erprobungsphase eines Soziokulturellen Zentrums in Duisburg abzurufen seien. Da die übernächste Kulturausschusssitzung aber erst am 6. Juni stattfindet, müsste eine Lösung für diese Deadline noch gefunden werden.

Rainer Bode, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren in Nordrhein-Westfalen und zugleich im Vorstand des Fonds Soziokultur sitzend, hatte dazu folgenden Vorschlag: Mit einem sogenannten Letter of Intent, sprich einer Absichtserklärung der Stadt, könne er, sich vorstellen, dass der Fonds der Initiative eine Fristverlängerung einräume. „Doch ich will mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, um den Druck auf die Stadt nicht herauszunehmen“, sagte er in Richtung Krützberg. „Duisburg ragt unter den Großstädten in NRW besonders negativ heraus. Es gibt im Gegensatz zu anderen Städten hierzulande so gut wie keine alternativen Kultureinrichtungen.“

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