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Duisburg: Käfer-Liebhaber drei Tage unter sich

Duisburg : Käfer-Liebhaber drei Tage unter sich

Freunde luftgekühlter Autos kamen am vergangenen Wochenende wieder an der Tegge zusammen. Eingeladen hatte ein hiesiger Verein, der sich liebevoll um liegengebliebene Wagen kümmert.

Mehr als 21 Millionen gibt es von dem deutschen Kultauto schlechthin. Rund 200 Stück des VW Käfer gab es am Wochenende beim Käfertreffen an der Wasserskianlage an der Tegge zu sehen. Dazu kamen Abwandlungen des VW-Autos, wie der Kübelwagen oder der Cabrio-Umbau Migi. Aber auch Transporter von Volkswagen waren zu Besuch. Denn das Treffen richtete sich an alle historischen luftgekühlten Fahrzeuge, im Schwerpunkt natürlich von VW.

 Zwei Experten beim Fachsimpeln: Das Käfer-Treffen an der Tegge bot reichlich Gelegenheit dazu.
Zwei Experten beim Fachsimpeln: Das Käfer-Treffen an der Tegge bot reichlich Gelegenheit dazu. Foto: Jörg Schimmel

Insgesamt erwarteten die Veranstalter vom Verein Käfer & Co Nothilfe 250 Fahrzeuge. Die meisten kamen aus der näheren Umgebung, aber es gab auch Besucher aus Süddeutschland, Berlin und sogar aus Polen. Aber egal, wie weit die Strecke war, eins hatten alle gemeinsam: Jeder fuhr selbst mit seinem Oldtimer. "Es ist natürlich schön, hier mit Gleichgesinnten zu sprechen und sich die anderen Autos anzugucken, aber den meisten Spaß macht einfach das Fahren", erzählte Uwe Salterberg, zweiter Vorsitzender der Käfernothilfe.

Eigentlich sei der Käfer ein Auto, das man gar nicht gern haben könne, sagte der Käferfreund. Im Sommer heize er wie verrückt und im Winter werde es dafür nicht warm. Die Sitze seien meist alles andere als bequem, und selbst im Innenraum rieche es immer nach Öl und Benzin. "Aber in der Summe ist das ganze Fahrzeug einfach geil."

So ähnlich sehen es wohl auch die anderen Fans des Kleinwagens, der seinen Siegeszug nach dem Zweiten Weltkrieg angetreten hat und bis 2003 in Mexiko produziert wurde. Und wie, um dem Sprichwort "Wer sein Auto liebt, der schiebt" zu huldigen, gab es neben vielen Fachsimpeleien in geselliger Runde beim Käfertreffen auch ein Käferziehen. Dabei musste ein Auto mehrere Meter mit einem Seil gezogen werden. Wer den Käfer am schnellsten über die Ziellinie gezogen hat, gewann.

Seit 2007 gibt es das Käfertreffen in Rumeln. Zum ersten Mal hatte es der Käferstammtisch Duisburg für die Brezelfenster-Vereinigung ausgerichtet. "Die gehen aber höchstens alle vier Jahre nochmal an denselben Platz. Aber das ist so eine schöne Gegend hier. Das vermutet keiner im Kohlenpott. Wo hat man sonst die Gelegenheit, direkt am Ufer zu stehen", sagte Salterberg. Darum hatte der Käferstammtisch das Treffen weiter ausgerichtet. Vor zwei Jahren hat das die Käfernothilfe übernommen.

Der Verein ist übrigens so etwas wie der ADAC für Käfer. Im Umkreis von 40 Kilometern von Duisburg helfen die Vereinsmechaniker Käferfreunden, die mit ihrem Oldie Probleme haben. Dafür muss man nur Mitglied sein (Jahresbeitrag 60 Euro) oder es im Notfall werden. Die Hilfe gibt es jeden Tag rund um die Uhr. Es hat immer jemand Bereitschaft. "Die Techniker der etablierten Autoclubs haben oft nicht die Erfahrung und das Werkzeug, um einen Käfer zu reparieren", so Salterberg. Dann wird zur nächsten Werkstatt abgeschleppt. Oft ist die Reparatur für jemand Erfahrenes aber eine Sache von einer halben Stunde. "Dann können die Leute doch noch zum Treffen fahren."

(RP)