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Duisburg: Demonstration: Große Solidarität mit der DJK Wanheimerort

Duisburg : Demonstration: Große Solidarität mit der DJK Wanheimerort

Die Protestaktion gegen die Kündigung der Platzanlage zeigte, dass die DJK auf große Unterstützung von Vereinen und Bürgern bauen kann.

"DJK muss bleiben" oder "Bei uns darf jeder spielen" stand auf zwei der vielen Schilder, die Mitglieder und Freunde der DJK Wanheimerort am vergangenen Samstagmorgen mit zur Demonstration gebracht hatten. Wie berichtet will der Vorstand des DSV 1900, mit dem sich die DJK die Platzanlage an der Düsseldorfer Straße teilt, den Traditionsverein von der Sportstätte verbannen. Das Urteil fällt am 7. August, wenn die Stadt die Kündigung annimmt oder ablehnt.

Dass die Stadt der DJK tatsächlich kündigt, ist nach der Demo aber nur noch schwer vorstellbar. Statt der im Vorfeld geschätzten 120 Teilnehmer zählte die Polizei weit über 300 Teilnehmer, die durch Wanheimerort zum Michaelplatz zogen. Neben den Mitgliedern der DJK waren zahlreiche Freunde aus anderen Vereinen gekommen, sogar Mitglieder des DSV 1900 liefen mit, weil sie mit dem Handeln ihres Vorstands nicht einverstanden sind.

TuRa 88, FC Taxi oder der VFL Wedau waren nur einige der befreundeten Vereine, die sich für die DJK einsetzten. Neben vielen Wanheimerortern zog, sehr zur Freude der Kinder, auch EVD-Maskottchen "Manni" mit zur Kirche St. Michael. Über 90 Prozent der Nachwuchsspieler im Verein kommen aus Wanheimerort und verbringen einen Teil ihrer Freizeit im Verein. So passte es, dass die jüngsten Vereinsmitglieder das große Transparent vor der Menschenmasse hertrugen.

Dass die DJK, passenderweise kurz für "Deutsche Jugendkraft", schon die ein oder andere Freundschaft fürs Leben geformt hat, konnten Dennis Fischer und Benjamin Embers aus der ersten Herrenmannschaft bestätigen "Wir sind zusammengewachsen, wie eine große Familie", erzählte Fischer. Die Unterschriftenlisten, die in vielen Wanheimerorter Geschäften ausliegen, dürften in den letzten Tagen einige Mitzeichner mehr gefunden haben.

Auf dem Michaelsplatz fasste der Vereinsvorsitzende Joachim Schneider die Situation dann noch einmal zusammen. Zwischen dem DSV und dem DJK, der bald sein hundertjähriges Bestehen feiern könnte, sei es immer fair zugegangen, der neue Vorsitzende Thomas Brag habe für das böse Blut und die Kündigung gesorgt. "Der Vorstand des DSV kann nicht einfach die DJK kaputt machen", empörten sich auch Redner anderer Vereine und betonten ihre Solidarität mit der DJK.

Wichtig war Schneider zudem zu betonen, dass der Konflikt einzig mit dem Vorstand des DSV besteht, nicht aber mit den Mitgliedern. Rainer Illerhaus von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung hatte seine Solidarität mit der DJK mit Transparenten unter Beweis gestellt, die jetzt die Kirche St. Michael schmücken.

Joachim Schneider freute sich außerdem über die Unterstützung der SPD, obwohl er selbst CDU-Mitglied ist. "Wir sind begeistert von der Solidarität, die wir von überall erfahren haben", freute sich Schneider. DSV-Vorstand Brag solle sich überlegen, ob er einen Verein führen könne, sagte Schneider, der zudem weiterhin den Rücktritt von Peter Thomas aus dem Stadtsportbund fordert. Der Stadtsportbund hatte beschlossen, die Kündigung an die DJK auszusprechen - Peter Thomas ist zweiter Vorsitzender des DSV 1900. Trotz der bedrohlichen Situation dürfte die DJK am Samstag wieder Hoffnung geschöpft haben. Die große Unterstützung durch Vereine und Bürger kann die Stadt bei ihrer Entscheidung nicht außer Acht lassen.

(RP)