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Duisburger Hafen: Fracht geht jetzt auch in die Luft

Duisburger Hafen : Fracht geht jetzt auch in die Luft

Der Duisburger Hafen hat ein weiteres Geschäftsfeld für sich erschlossen: Die Hafen-Tochter Duisport Packing Logistics (DPL) sorgt künftig an den Flughäfen Düsseldorf und Leipzig für sicher verpackte Luftfracht.

Die Stärke des Duisburger Hafens lag schon immer darin, besonders breit aufgestellt zu sein. Neben dem boomenden Container-Geschäft spielen der Massengut-Transport, der Shuttle-Verkehr per Bahn, aber auch die Verpackungslogistik eine wichtige Rolle.

Zuletzt stieg der Umsatz bei der Verpackung von 49 auf 52 Millionen Euro. Nun ist ein weiterer Coup gelungen. Nach Inkrafttreten schärferer Sicherheitsbestimmungen für Luftfracht arbeiten die Spezialisten der Hafen-Tochter Duisport Packing Logistics für die Flughäfen Düsseldorf und Halle/Leipzig als Verpackungsdienstleister in den Cargo-Bereichen.

Dabei wird der Flughafen Düsseldorf von Duisburg aus betreut. Die DPL Chemnitz ist für das Luftfrachtgeschäft am Airport Halle/Leipzig zuständig. Die strengeren Sicherheitsbestimmungen hatten zu Befürchtungen geführt, dass als "unsicher" erachtete Fracht erst einmal zu einem Rückstau an den Flughäfen führt. Das hat sich bislang aber nicht bewahrheitet. Trotzdem setzen Flughäfenbetreiber zunehmend auf Zusammenarbeit mit Verpackungsunternehmen. Deren Aufgabe besteht darin, die "unsichere" Fracht auszupacken und als kontrollierte "sichere" Fracht wieder einzupacken. Im Bereich der Industrie- und Exportverpackungen gilt die DPL bundesweit als einer der Marktführer. Seit 2011 ist die DPL als einer der ersten Verpacker überhaupt dafür vom Luftfahrt-Bundesamt zertifiziert worden.

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Luftfracht, die von nicht zertifizierten Unternehmen verpackt wird, gilt im Zweifelsfall als "unsicher". Sie wird dann durch zertifizierte Unternehmen wie die DPL "gesichert". Dieses Procedere bringt es mit sich, dass über den Umfang des Geschäfts, dass gerade erst am Anfang steht, noch keine verlässlichen Angaben gemacht werden kann. Es ist indirekt auch von der Menge "unsicherer" Fracht abhängig. Ursprünglich plante DPL 1000 Aircargo-Sendungen pro Jahr. Das würde in etwa einem Gesamtgewicht von rund 2000 Tonnen entsprechen.

Um die Abläufe an den Flughäfen noch weiter zu beschleunigen, hat DPL den Status eines sogenannten "Authorised Economic Operator" (AEO) bei den Zollbehörden beantragt. Wer diesen Status erlangt, kann für die Sendungen eine bevorzugte Behandlung bei der Zollabfertigung in Anspruch nehmen und dokumentiert die Einhaltung der erforderlichen Sicherheitsstandards. Dadurch werden weniger Kontrollen erforderlich, was die Abfertigungsprozedur am Flughafen insgesamt verkürzt. Das Verpackungsunternehmen ist vor allem auf große Anlagen- und Maschinenteile spezialisiert, die nicht wie kleinere Frachtstücke geröntgt werden können. Das macht eine besondere Verpackung erforderlich.

Dass Hafen-Chef Erich Staake das Verpackungsgeschäft grundsätzlich als wichtigen Zukunftsmarkt sieht, zeigte er mit der Übernahme der VTS-Gruppe im Jahr 2007. Zu den wichtigsten Kunden gehören ABB, Siemens, ThyssenKrupp, Uhde, Linde, AEG und GEA. Pro Jahr verpackte VTS schon damals Industriegüter im Wert von rund einer Milliarde Euro.

2010 wurde die VTS vollständig die die Duisport-Gruppe aufgenommen und firmiert seitdem als DPL. Inzwischen hat das Unternehmen auch Niederlassungen in China und Indien.

(RP)