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Thema Rp-Opernscouts: Etwas für Träumer und Skeptiker

Thema Rp-Opernscouts : Etwas für Träumer und Skeptiker

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg brachte in ihrem Duisburger Haus die Erfolgsoperette "Die Zirkusprinzessin" von Emmerich Kálmán heraus. Das überzeugte auch die neuen RP-Opernscouts.

Diese Koproduktion mit dem Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz kam bereits im Juli im Münchner Circus Krone heraus. Jetzt war die Premiere der außergewöhnlich einfallsreichen, witzigen, farbenprächigen und auch tiefgründigen Inszenierung des Gärtnerplatz-Intendanten und Operetten-Spezialisten Josef E. Köpplinger im hiesigen Haus der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg gleichfalls ein großer Erfolg.

Die 1926 im Theater an der Wien uraufgeführte Erfolgsoperette "Die Zirkusprinzessin" enthält ja auch alles, was eine gute Operette ausmacht: Liebe, Intrige, Verstellung und schließlich doch ein Happy End zwischen exotischem Zirkusvolk, russischem und französischem Adel sowie Wiener Hotel- und Gastronomiepersonal. Es geht um ein "ganz und gar nicht biederes Plädoyer für die Dauerhaftigkeit menschlicher Beziehungen" (Anne do Paco). Der Regisseur spitzte den Zirkus als spektakuläres Bild für die Arena der Gefühle zu, öffnete unsere Sinne aber zugleich für den leisen Unterton des Stücks. Das ist anspruchsvolles Unterhaltungstheater vom Feinsten oder, wie es Köpplinger im Vorfeld formuliert hatte, "etwas für die Träumer unter uns".

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Hier waren alle Rollen mit ihren vielfältigen Anforderungen an Singen, Sprechen und Tanzen passgenau besetzt, allen voran die bewährten Rheinopern-Ensemblemitglieder Romana Noack als wahrhaft fürstliche Fedora Palinska und Wolfgang Schmidt als zugleich aufgeblasener und leicht vertrottelter Prinz Sergius Wladimir ("Die Frauen sind hinter Ihnen her, das kenne ich sonst nur von mir"). Unbedingt erwähnt werden muss zumindest Carsten Süss als Mister X, ein erstklassiger Tenor und starker Schauspieler. Der temperamentvolle Wiener Wolfram Koloseus lässt als Dirigent den Walzer sich wiegen und die osteuropäischen beziehungsweise amerikanischen Rhythmen zünden, lässt die Duisburger Philharmoniker in Schmelz und Schwung schwelgen, als wollten sie mit der bunten Bühne wetteifern. Eine Premiere war der Abend auch für die neuen RP-Opernscouts. Für je zwei Spielzeiten besuchen kulturinteressierte Menschen aus Duisburg, die zuvor noch wenig bis nichts mit Oper zu tun hatten, die Premieren der Rheinoper und schildern anschließend exklusiv für unsere Zeitung ihre Eindrücke (die RP berichtete). Das neue Duisburger Dutzend war beim Stichwort "Operette" mehr oder weniger skeptisch gewesen, doch ließen sie sich überwiegend durch die Aufführung überzeugen.

Wie die meisten Scouts wurde zum Beispiel die Innenarchitektin Katharina Hell durch den Abend nicht zum Operettenfan, doch gefiel ihr die kurzweilige und sehr gut verständliche Inszenierung, die "sehr schöne" Ausstattung und Beleuchtung.

Dr. Kathrin Pilger vom Referat Öffentlichkeitsarbeit am neuen Landesarchiv NRW gefiel besonders die Leichtigkeit, die durch die ständig anwesenden Clowns entstanden sei, die durch ihre kommentierenden Aktionen den Kitsch vermieden hätten. "Es geht darin um zeitlose Menschheitsthemen, und die Musik hat mich gepackt."

Gleichfalls "gerade vor der Grenze zum Kitsch" sieht Dragan Milicevic, Student der Musikwissenschaft und Musiktheorie mit Schwerpunkt Jazz an der Folkwang-Universität der Künste, die "Zirkusprinzessin": "Es war meine erste Operette überhaupt, ich war sehr skeptisch - aber dann saß ich schmachtend da."

(hod)