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Interview: Serie Innenansichten: Das Stadtfenster in der Bauendphase

Interview: Serie Innenansichten : Das Stadtfenster in der Bauendphase

Die Zentralbibliothek und die Volkshochschule sollen bald unter einem Dach beherbergt sein. Beim Rundgang durch das Gebäude, in dem in diesen Wochen die ersten Bücherregale und Büromöbel aufgestellt werden, kann man ahnen, was wird.

Wer zurzeit das Stadtfenster betritt, wo demnächst die Duisburger Zentralbibliothek und die Volkshochschule gemeinsam unter einem Dach untergebracht werden, muss sich später noch den Staub von den Schuhen wischen. Aber man kann schon ahnen, was das Gebäude, dessen Fertigstellung sich immer weiter verzögert hat, demnächst bieten wird. So hell und großzügig sieht es weder in der Zentralbibliothek an der Düsseldorfer Straße 5, noch im gegenwärtigen VHS-Gebäude an der Königstraße 47 aus. Bei einem Rundgang durch das Gebäude, in dem in diesen Tagen die ersten Bücherregale und Büromöbel aufgestellt werden sollen, konnte man ahnen, wie es künftig im Stadtfenster zugehen und aussehen wird.

Dass Zentralbibliothek und Volkshochschule ein gemeinsames Dach haben, wird den künftigen Besuchern schon im gemeinsamen Foyer im Erdgeschoss deutlich, in das man durch den Haupteingang an der Steinschen Gasse gelangt. Dort soll eine Infotheke installiert werden, die ständig von zwei Mitarbeitern der Stadtbibliothek und der VHS besetzt wird. Wo man jetzt noch Betonwände sieht, sollen demnächst Monitore und Tafeln angebracht werden, die auf Veranstaltungen beider Institute hinweisen. Im Foyer wird man künftig auch seine ausgeliehenen Bücher über vier Selbstverbuchungsgeräte, die kinderleicht zu bedienen und deutschlandweit schon im Einsatz sind, zurückgeben können. Im Foyer befinden sich auch eine Garderobe und nicht zuletzt ein Leitsystem, mit dessen Hilfe sich die Besucher im ganzen Haus orientieren können. Was in den bisherigen Informationen zum Stadtfenster etwas unterging, ist eine Treppe, die nach unten zu den archäologischen Funden führt, die bei den Ausschachtungsarbeiten zutage kamen: Es handelt sich um die Gemäuer der Professorenräume der Alten Universität Duisburg. Wie die demnächst öffentlich gemacht werden, steht noch nicht fest.

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In der ersten Etage trifft man zum einen auf ein Bistro, das von Bibliothek und VHS gemeinsam genutzt wird. Dieses Bistro, mit Blick zur Königsgalerie, soll auch als Veranstaltungssaal genutzt werden, der 100 Besuchern Platz bietet und über eine versenkbare Bühne verfügt. Weiter befinden sich in der ersten Etage zum einen Büros und Seminarräume der Volkshochschule. Insgesamt werden im Stadtfenster auf allen Etagen 18 VHS-Seminarräume eingebaut mit einer Durchschnittsgröße von 45 Quadratmetern. Positiv fällt der schöne Parkettboden im gesamten Stadtfenster auf. In der ersten Etage wird auch die Kinder- und Jugendbibliothek eingerichtet. Noch ist der 1000 Quadratmeter große Saal leer. Doch wenn die Buggy-Parkplätze, die Bastelecken, die PC-Plätze und vieles mehr Einzug gehalten haben, wird diese Kinderbibliothek "einzigartig in Deutschland sein", wie Innenarchitekt Christian Haker versichert. Haker weiß, was er sagt: Er hat viele öffentliche und Wissenschaftliche Bibliotheken eingerichtet, darunter die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt a.M. und die Universitätsbibliothek in Rethymnon auf Kreta. Die Kinder- und Jugendbibliothek wird mit speziell für Duisburg zugeschnittenen Möbeln eingerichtet. Sie soll ein überregionales Vorzeigeprojekt werden. Das Land stellt für die Einrichtung 250 000 Euro extra zur Verfügung.

In der zweiten Etage findet man auf 1600 Quadratmetern die schöngeistige Literatur, die interkulturelle Bibliothek, DVDs und die Musikbibliothek. In einem vom Saal abgetrennten Extraraum soll ein Stützflügel stehen, auf dem pianistisch begabte Bibliotheksnutzer spielen dürfen.

Auf der dritten Etage befindet sich der ebenfalls 1600 Quadratmeter große Sachbuchbereich der Bibliothek. Ähnlich wie im Stockwerk darunter wird der jetzt noch riesig wirkende Saal durch Sitzecken, Arbeitsnischen und neue Regale unterteilt. In der dritten Etage werden künftig auch die wertvollen historischen Bücher der Stadt Duisburg in einem klimatisierten Raum mit Glastüren und -scheiben aufbewahrt. So kann man - auch außerhalb einer Führung - zumindest mal einen Blick beispielsweise auf ein Exemplar des berühmten Sachsenspiegels werfen. In der vierten Etage befinden sich Büros von Bibliothek und VHS, ein größeres PC-Schulungszimmer und der große Arbeitsraum, in dem die zurückgebuchten Bücher für die neue Einsortierung vorbereitet werden.

Es zeichnet sich ab, dass das Stadtfenster ein neuer Anziehungspunkt der Stadt wird. Die Besucher der neuen Zentralbibliothek können durch die meterhohen Fenster nach draußen blicken. Die Fensterschächte reichen über zwölf Meter von der ersten bis zur dritten Etage, was luftig wirkt. Auch die Sicht von außen in die Bibliothek gefällt. Die Räume selber sind 3,50 Meter hoch, die Decken mit Gipskarton akustisch gedämpft. Das Stadtfenster soll großzügig wirken, ohne dass sich die Menschen darin verloren vorkommen.

Ein modernes Lüftungssystem soll im ganzen Haus für ein angenehmes Klima im Sommer und Winter sorgen. Nicht zuletzt können alle Etagen mit Aufzügen erreicht werden.

(RP)