Duisburg: Mobilität: Die Zukunft ist elektrisch und digital

Digitalserie: Die Zukunft ist elektrisch und digital

Elektrofahrzeuge und digitale Mobilitätskonzepte könnten den Nahverkehr revolutionieren. RP, RP Online und die Sparkasse Duisburg sind der Frage nachgegangen, wie weit Duisburg in diesen Bereichen ist.

Die Zahl der Elektroautos auf den Duisburger Straßen ist überschaubar. Laut Stadt waren Anfang 2018 nur 112 Elektro-Autos auf Duisburger Halter zugelassen. Zum Vergleich: Düsseldorf brachte es bereits im Jahr 2016 auf 356 E-Fahrzeuge, die Autometropole Stuttgart sogar auf über 400. Trotzdem ist das Thema für die Verantwortlichen in der Stadt aktueller denn je. Die Stadtwerke setzten auf eine E-Strategie für Zuhause. Außerdem könnten E-Busse und digitale Mobilitätsangebote den Öffentlichen Nahverkehr in den kommenden Jahren revolutionieren.

Erste Vorstöße in diese Richtung gibt es bereits. Bestes Beispiel für eine mögliche Zukunft mit digitalbasierten Mobilitätsangeboten im Öffentlichen Raum ist die DVG-App Mybus. Nachdem bereits mehr als 18.000 User von der App Gebrauch gemacht hatten, ist die Pilotphase erst kürzlich verlängert worden. Mybus ist als Ergänzung zum bestehenden Nahverkehrsangebot konzipiert. Die DVG setzt zu sogenannten Schwachverkehrszeiten in bestimmten Bereichen der Stadt Kleinbusse ein, die sich die User per App zu ihrem Standort bestellen können. Die Buchung der Fahrzeuge erfolgt über eine Smartphone-App. Per Handy können Kunden ihre Fahrtwünsche unter Angabe des Start- und Zielpunktes angeben. Die Routen für die Busse werden von einem Algorithmus in Echtzeit entsprechend der jeweiligen Nachfrage berechnet. So teilen sich Fahrgäste gemeinsame Fahrten und werden von ihren individuellen Standorten zum gewünschten Ziel gebracht. Bereits die Anfahrt des Busses lässt sich in Echtzeit in der App verfolgen. Sowohl die Buchung des Busses als auch die Bezahlung des Tickets erfolgt ausschließlich per App. Die Fahrzeuge sind durch den Mybus-Schriftzug und durch die auffälligen, roten Diagonalflächen gut erkennbar. Die Kosten liegen derzeit bei 3,20 Euro für eine einfache Fahrt.

Neben der Testphase für das Digitalangebot experimentieren die Duisburger Verkehrsbetriebe derzeit auch mit elektrischen Angeboten. Im April wurde bekannt, dass die DVG die Buslinie 934 zunächst zu Testzwecken ab 2020 auf einen E-Bus-Betrieb umstellen will.

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Momentan bedienen noch sechs Dieselfahrzeuge die Strecke, wie auch auf den anderen Linien in Duisburg. Die Umstellung kostet die DVG 6,5 Millionen Euro. Das ist das Dreifache im Gegensatz zur Anschaffung von „normalen“ dieselbetriebenen Bussen. Auch weil aufgrund der langen Ladezeiten ein Bus mehr angeschafft werden muss. Doch die Vorteile liegen auf der Hand: Wie das Unternehmen mitteilte, kann es 1000 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr sparen, wenn es die Buslinie umstellt. Dass sich die Verkehrsbetriebe für die Linie 934 entschieden haben, liegt auch daran, dass sie an den Bus-Betriebshof angeschlossen ist, auf dem die Lade-Infrastruktur vorhanden ist.

Denn was die angeht, hat Duisburg noch Nachholbedarf. Neben den hohen Preisen für Elektroautos (ein Opel Ampera-e zum Beispiel kostet in der Basisversion 42.990 Euro) hat bei der bisherigen Zurückhaltung der Duisburger, was die Anschaffung von E-Fahrzeugen angeht, sicherlich auch die bislang schlechte Lade-Infrastruktur in der Stadt eine Rolle gespielt. In ganz Duisburg gibt es bislang 14 Ladestationen für E-Autos, in Düsseldorf sind es über 60. Ein weiterer Ausbau der öffentlichen Ladepunkte sei zur Zeit aber zumindest vonseiten der Stadtwerke nicht geplant, hieß es dazu bereits im Januar vom Unternehmen. Weil Untersuchungen ergeben hätten, dass nur 15 Prozent der Ladungen an öffentlichen Ladepunkten, und die restlichen 85 Prozent nachts im privaten Rahmen erfolgen würden, setze das Unternehmen für die Zukunft zunächst auf den Ausbau von Angeboten für Privatnutzer. Gemeint ist der Vertrieb von Ladeinfrastruktur zum Beispiel für private Garagen.

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