Duisburg: Chinesischer Künstler in der cubus kunsthalle

Chinesische Kunst : Trümmer der Wirklichkeit im Künstlerblick

Der chinesische Maler Zeng Yang, der in der kommenden Wochen zur Biennale nach Venedig reist, stellt ab Freitagabend in der cubus kunsthalle aus.

Noch ist hierzulande der junge chinesische Künstler Zeng Yang unbekannt. Das könnte sich bald ändern. In der kommenden Woche wird Zeng Yang, Absolvent des Sichuan Fine Arts Institutes und anschließend dort Assistant Professor, nun freier Künstler in der chinesischen Metropole Chengdu, zur Biennale nach Venedig fahren, um dort eine Auswahl seiner Werke der internationalen Öffentlichkeit zu zeigen. In der Duisburger cubus kunsthalle (Friedrich-Wilhelm-Straße 64, Kantpark) kann man Zeng Yang schon früher und vielleicht noch besser als in Venedig kennenlernen: Am Freitag, 16. August, 19 Uhr, wird dort eine große Einzelausstellung mit Werken von Zeng Yang eröffnet. Es ist zugleich die erste Ausstellung des chinesischen Künstlers in Deutschland. Unter den Gästen der Ausstellungseröffnung wird übrigens Dieter Nuhr erwartet. Der bekannte Kabarettist ist mit der chinesischen Künstlerin Jiny Lan gut bekannt, deren Werke zum ersten Mal vor zwei Jahren in der cubus kunsthalle ausgestellt wurden und die die Schau mit Werken ihres Kollegen Zeng Yang vermittelt hat.

Der Titel der Ausstellung lässt keinen Zweifel daran, dass es dem Künstler keinesfalls um eine dekorative Verschönerung unserer Wohnungen geht. Unter dem Motto „Trümmer der Wirklichkeit“ hat er seine Werke zusammengefasst, die mal in sehr großen und mal in kleinen Formaten denkwürdige Schlaglichter auf die (chinesische) Welt werfen. Zeng Yang lässt in seinen Werken verfremdete und damit typisierte Gestalten und Requisiten aus der chinesischen Geschichte auf Figuren und Einrichtungen von heute treffen. Der Künstler geht dabei montagehaft vor; er tut gewissermaßen nur so, als ob er mit seiner Bildern (allesamt Acryl auf Leinwand) ein Geschichten erzählen würde. Dabei scheint seine Botschaft zu lauten, dass die Traditionen von einst aus der Gegenwart fallen.

Der Künstler entwickelt in seinen überaus kraftvollen Bildern ein Panorama der Gegensätze, für die bislang keine Verbindungslinien zur Verfügung stehen. Das Ganze hat durchaus eine politische Komponente. Die chinesische Reformpolitik wird zwar nicht pauschal verunglimpft, sie wird aber auch nicht optimistisch verklärt. Zeng Yang zeigt sich als Seismograph, der die gesellschaftlichen Erschütterungen registriert und sie mit den Mitteln der Kunst vor Augen führt. „Look, but not see“, lautet der vieldeutiger Titel eines seiner Gemälde (gucken, ohne zu sehen=verstehen). Es sind Werke voller Wucht. Sie kosten zwischen 1800 und 18.000 Euro. Der Künstlerkatalog kostet 39 Euro.

Bei der Ausstellungseröffnung, Freitag, 16. August, 19 Uhr, spricht Bürgermeister Volker Mosblech ein Grußwort der Stadt: Die Einführung hält der Kunsthistoriker Colmar Schulte-Golz. Die cubus kunsthalle ist mittwochs bis sonntags, jeweils von 14 bis 18 Uhr, geöffnet. Ausstellung bis 29. August. Der Eintritt ist frei.

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