Duisburg: Kunst zum Thema Verwandlungen im Landschaftspark

Kunst im Landschaftspark : Verwandlungen im Landschaftspark

Noch bis Ende Oktober sind die Kunstwerke aus der Nacht der Industriekultur zu besichtigen.

Die meisten Arbeiten im Rahmen der Ausstellung „Verwandlung“ sind derart offensichtlich, dass sie jedem Besucher sofort auffallen. Andere muss man erst einmal suchen, weil sie sich zwischen Blättern oder an den Bunkerwänden verstecken. Der Landschaftspark macht noch einmal auf diese Ausstellung aufmerksam, die anlässlich des Silberjubiläums des Landschaftsparks im Rahmen der „ExtraSchicht“ eröffnet worden war und noch bis Ende Oktober zu sehen sein wird.

Kunst und Kultur im Landschaftspark sind von Menschen gemacht, die sich das ehemalige Industrie-Areal ebenso wie die Natur zurückerobern. Der Duisburger Fotograf Bernd Kirtz machte die in diesem Format noch eindrucksvolleren Fotos, die den Verfall und die Verwandlung des Industrieparks dokumentieren. Sie wurden vom Krefelder Fotografen und Designer Dirk Soboll auf gerahmte Projektionsflächen übertragen, zeigen die Veränderung durch Rost und Natur und sind im Bunkerdurchgang zwischen Hochofen-Karree und Bunkervorplatz zu sehen.

Mit dem Thema „Riff“ setzte sich die Künstlergemeinschaft der „Bastellgruppe“ auseinander. Auf der zehn Meter breiten und - geschätzt - vier Meter hohen Fläche ist die Farbe Orange vorherrschend. Ein scheinbar wucherndes Korallen-Riff entpuppt sich als ein Werk aus Plastik: Teile von Absperrzäunen, Plastikflaschen, Haushaltsieben und alten Regenschirmen finden sich hier, um an den Natur- und Umweltschutz zu erinnern. Jedes Mitglied der Künstlergruppe erstellte ein Teilobjekt, die anschließend an der Bunkerwand platziert wurde. „Das war nicht so einfach“, erinnert Stacey Blatt, „denn wir hatten bei der Montage keinen Gesamtüberblick.“

Ganz anders die „geheimen“ Arbeiten der „Ruhrorter Strickguerilla“, deren Mitglieder anonym bleiben wollen. Sie gestalteten zwei Bunkertaschen, die sich die Natur mittlerweile zurückgeholt hat, zu den Themen „Fauna und Flora“. In der einen Bunkertasche platzierten sie gestrickte, überdimensionale Insekten, bei denen der Betrachter schon einige Zeit suchen muss, um sie ausfindig zu machen. In der anderen sind die der „Aloe vera“ nachempfundenen Objekte offensichtlich.

Die Künstlerinnen Stacey Blatt (links) und Christina Böckler von der Künstlergemeinschaft „Bastellgruppe“. Im Hintergrund das Werk „Riff“. Foto: Alfons Winterseel

Noch ein paar Schritte weiter und man trifft auf eine verdrehte Welt: Der Graffiti-Künstler Marten Dalimot schuf hier vier auf Holz gesprühte überdimensionale Darstellungen von Tieren, die zunächst von der Industrie vertrieben, nun aber wieder heimisch geworden sind. Der Mensch fühlt sich klein als wäre er das Insekt, das ehrfürchtig zu Kreuzkröte, Kleiner Blaupfeil-Libelle, Zwergfledermaus und Natterkopf-Mauerbiene aufblickt. Erstellt und konzipiert wurden die Arbeiten von den Künstlern, auf die „Wand gebracht“ und montiert mit Hilfe der Mitarbeiter im Landschaftspark Nord.

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