Prozess um totes Baby in Duisburg: Mutter bestreitet Tatvorwürfe

Prozess um totes Baby in Duisburg : Mutter bestreitet, ihr Baby erstickt zu haben

Nach dem Fund einer Babyleiche muss sich eine 36-Jährige aus Duisburg-Rumeln seit Mittwoch vor Gericht verantworten. Sie bestreitet die Tatvorwürfe und will das Baby bereits tot auf die Welt gebracht haben.

Die 36-Jährige soll ihr neugeborenes Kind im November 2018 erstickt und in ihrer Wohnung versteckt haben. Zum Prozessauftakt vor dem Duisburger Schwurgericht am König-Heinrich-Platz hat die Angeklagte die Tat bestritten. Sie gab an, dass sie das Baby tot zur Welt gebracht, den Leichnam mit Handtüchern umwickelt und in einer Plastiktüte im Kleiderschrank versteckt habe. „Ich sah, dass es blau war, ich hielt es für tot“, sagte die 36-jährige Deutsche den Richtern.

Nach Angaben der Ärzte sei das jedoch nicht nachvollziehbar. Sie halten es für erwiesen, dass die neugeborene Tochter der Angeklagten nach der Entbindung mindestens ein- bis zweimal geatmet habe. Die Anklage lautet deshalb auch auf Totschlag.

Die 36-Jährige war ursprünglich im Zuge der Ermittlungen im Fall „Mia“ ins Visier der Fahnder geraten. Die Leiche des neugeborenen Mädchens „Mia“ war wie berichtet in einem Altkleidercontainer der Wirtschaftsbetriebe in Duisburg abgelegt worden, der später dann in Polen aufgetaucht ist. Bei der Suche nach der Mutter war auch die Wohnung der nun Angeklagten durchsucht worden. Dabei war durch Zufall die weitere Babyleiche entdeckt worden.

Die Angeklagte hatte die Schwangerschaft vor ihrer Familie geheim gehalten und ihr Baby nach eigenen Angaben alleine in der Badewanne zur Welt gebracht. Ein Abgleich von DNA-Spuren mit dem Fall „Mia“ ist negativ verlaufen. Die Identität der Mutter dieses Mädchens soll nach wie vor unklar sein. Die Polizei ist allerdings noch immer mit den Ermittlungen nach der Identität der unbekannten Mutter befasst. Untersuchungen in Speziallaboren sollen hier bei der Suche weiterhelfen.

Das Duisburger Landgericht hat für den Prozess gegen die 36-Jährige zunächst noch drei Verhandlungstage bis zum 9. September vorgesehen.

(dpa/mtm)
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