Duisburg: Jazziges Orgelkonzert in der Hamborner Friedenskirche

Orgelkonzert in der Friedenskirche : Jazzorgel in der vollen Friedenskirche

Fraser Gartshore gastierte im Sommerlichen (Orgel-)Konzert in Hamborn.

Beim fünften Sommerlichen (Orgel-)Konzert in der Hamborner Friedenskirche,gab es mal wieder ein reines Orgelkonzert, wenn auch ein besonderes. Es gastierte der 1973 im schottischen Inverness geborene Fraser Gartshore.

 Angereist war der Musiker jetzt aber nicht aus den Highlands, sondern aus seiner Wahlheimat im Westerwald. Darüber machte er hier einen seiner zahlreichen Scherze: „Heute zwei Stunden und 45 Minuten vom Westerwald nach Hamborn – ich liebe die A 3, Ihr wahrscheinlich auch.“ Die Friedenskirche war diesmal besonders gut gefüllt, denn auf Gartshores Programm standen Werke von amerikanischen Komponisten aus dem Grenzbereich zwischen Klassik und Jazz. Das ging von Scott Joplin (1867/68-1917, vor allem der Ragtime „The Entertainer“) über George Gershwin (1898-1937, vor allem „Summertime“ aus der Oper „Porgy and Bess“), Edward „Duke“ Ellington (1899-1974, „East St-Louis Toodle Oo“) und Thomas „Fats“ Waller (1904-1937, „Honeysuckle Rose“) bis zu Leonard Bernstein (1918-1990, vor allem „I Feel Pretty/America“ aus dem Edel-Musical „West Side Story“, witzig wirkte hier auch Bernsteins „Wrong Note Rag“ aus dem Musical „Wonderful Town“). Außerdem trug Fraser Gartshore zwei entsprechende eigene Kompositionen bei, nämlich die „Harlem Story“ und den Boogie-Woogie „Jumpin’ at the Organ“.

Der rauschende Erfolg des Abends war gesichert – nicht nur, weil der Organist populäre Melodien spielte, sondern auch weil er diese ebenso klang– wie fantasievoll für die Königin der Instrumente arrangiert hatte (als Arrangeur zählten zu seinen Kunden schon der Beatles-Gitarrist George Harrison und die Soul-Legende Ray Charles), mit perfekt passenden Registern der ja nur mittelgroßen Hamborner Eule-Orgel versah und das Ganze ebenso klar wie mitreißend vorbrachte. Nach anderthalb Stunden („Peter hat mir vorher gesagt: ,Spiel nicht so lange, Kirchenbänke sind hart‘“) konnte nur noch eine Zugabe kommen, denn „die A 3 wartet“. Es wurde etwas Schottisches zum Mitsingen, nämlich „Auld lang syne“ („Should auld acquintance be forgot“).

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