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Großbrand in Krefeld: Bürger sind genervt und auch verärgert

Großbrand in Krefeld : Bürger sind genervt und auch verärgert

Christel Radtke betreibt ein Reisebüro in Mündelheim und sitzt genervt vor ihrem Computer. Dort hat sie die Seiten der Stadt Duisburg auf dem Bildschirm.

"Der Informationsfluss zum Brand ist gleich null. Ich verfolge das die ganze Zeit. Sehen Sie, die Internetseite der Stadt ist nicht einmal auf dem aktuellen Stand. Heute Morgen stand hier noch 25. September, obwohl wir schon den 27. September haben. Über die B288 schreiben die immer noch nichts, ob die geöffnet ist, oder immer noch gesperrt. Es kommen keine Infos. Die Leute in Mündelheim sind einfach nur sauer."

Die Konsequenzen des Brandes in Krefeld bekam auch die Duisburger Spedition Aloys Siepmann zu spüren. "Die hätten lieber die B8 sperren sollen, dann wäre es nicht zu so einem Chaos gekommen", sagt Stephan Tiemann, Disponent bei der Spedition Siepmann. Die Spedition beliefert unter anderem die Bayer-Werke in Krefeld. Die Firma liegt auf der Straße "Am Seltenreich", in unmittelbarer Nähe der bis Donnerstag gesperrten B288. Es entstanden durch die Sperrung erhebliche Lieferprobleme für die Spedition. "Wir hatten Probleme mit unseren Lastwagen, die in Richtung Bayer fahren sollten, es war einfach zu voll", sagt Stefan Fontain, Fuhrparkmanager bei Siepmann.

Hermann Blomenkamp (52), Gemüselandwirt in Serm, beobachtet auf seinem Wetterhahn ständig die Windrichtung. Bislang sei die Rauchwolke vom Krefelder Brand knapp an seinen Felder vorbeigeweht. Er gehe deshalb davon aus, dass das Herbstgemüse auf seinen Felder, das demnächst geerntet wird, nichts von möglichen Schadstoffen mitbekommt. Der Stadt habe er angeboten, Bodenproben zu nehmen. Das sei bislang nicht nötig, habe man ihm geantwortet. Wenn der Wind ein wenig mehr in östlicher Richtung geweht hätte, dann wären Blomenkamps Felder voll betroffen gewesen.

Blomenkamps Mündelheimer Kollege Reinhard Mosch, der hauptsächlich Getreide und Raps anbaut, hat die Ernte "zum Glück" schon hinter sich. Zurzeit sind die meisten Felder mit Gründünger bestellt. Beide Landwirte wollen nun aber abwarten, ob die Rauchwolke in irgendeiner Weise ihre landschaftlichen Produkte beeinträchtigt hat. Die Frage nach Schadensersatzforderungen komme jetzt noch zu früh.

(RP/ac/jco)