1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Reise in die Zeit der Inkas

Duisburg : Reise in die Zeit der Inkas

Das Kultur- und Stadthistorisches Museum zeigt in diesen Monaten eine Ausstellung über "Leben und Tod im alten Peru". Zu sehen ist u.a. eine fast 1000 Jahre alte Frauenmumie. Auch akustisch ist die Schau spannend.

Rund 3200 Jahre und mehr als 200 Exponate aus 13 verschiedenen Kulturen des Inka-Reiches, das im heutigen Südamerika gelegen ist, gilt es im Duisburger Kultur- und Stadthistorischen Museum derzeit zu erkunden. Die Ausstellung "Leben und Tod im alten Peru" ist noch bis April nächsten Jahres zu besichtigen.

 Hier beginnt der Museumsrundgang: In der Vitrine ist ein Opfergefangener mit Schale zu sehen. Im Hintergrund sieht man die große NASA-Weltkarte mit dem Schwerpunkt Südamerika.
Hier beginnt der Museumsrundgang: In der Vitrine ist ein Opfergefangener mit Schale zu sehen. Im Hintergrund sieht man die große NASA-Weltkarte mit dem Schwerpunkt Südamerika. Foto: andreas probst

Die Leihgaben stammen überwiegend aus der Altamerika-Sammlung der Universität Bonn und von der Stiftung Köhler-Osbahr, der das Museum die 2011 veranstaltete Maya-Ausstellung bereits verdankt. Weitere Objekte sind der Kurt-Sandweg Stiftung in Oberhausen, dem Sammler und Zustifter Horst Schuwerak, dem Ethnologischen Museum Berlin und dem Museum für Naturkunde in Münster entnommen.

Lokal und global

Der Rundgang durch die Ausstellung beginnt an einer Vitrine, in der ein "Gefäß in Form eines Opfergefangenen" aus der Moche-Kultur (0 bis 800 n.Chr.) sowie eine "Schale mit der Darstellung von Kolibris" aus der Naca-Kultur (100 v.Chr. bis 750 n.Chr.) untergebracht sind. Beide Objekte dienten den Ausstellungsmachern zugleich als Motive für das Ausstellungsplakat und das dazugehörige Programmfaltblatt. Dahinter ragt eine riesengroße Satellitenaufnahme der NASA von Südamerika aufgenommen aus dem Weltraum.

So stellt die Ausstellung gleich zu Beginn die zeitliche und geografische Dimension zwischen Lokalem und Globalem wie dem Detail und dem Ganzen her. Und da 2012 das Jubiläumsjahr Gerhard Mercators ist, fügt sich diesem Gedanken seine Karte aus dem Jahre 1569 hinzu. Dort sieht die Westküste Südamerikas noch aus wie ein Dreieck, die 40 Jahre später vom flämischen Kartografen Jodocus Hondius aber schon auf die heutige Form gebracht wurde. Weitere Stationen auf der Reise in die Zeit der Inkas sind der Lebensraum von Peru, seine Fauna und Flora sowie die Landwirtschaft. Dort gibt es Alltagsgeräte und Werkzeuge zu betrachten, darunter ein "Fußpflug" (sprich: "Quechua chakitaklla"), ein aus Holz, Eisen und Leder gearbeiteter Spaten, mit dem die Erde bei der Saat aufgelockert wurde. Auch akustisch spannend ist das Kapitel "Pfeifgefäße und Trompeten", in dem mit Wasser gefüllte Behältnisse sich Töne à la Panflöten herstellen lassen. "Trotz der großen Anzahl und der weiten Verbreitung gehören sie (die Pfeifgefäße) zu den rätselhaftesten archäologischen Klangwerkzeugen der ohnehin noch wenig erforschten Musikkultur Altamerikas", heißt es dazu im lesenswerten Ausstellungskatalog, dem Band VII aus der "Sammlung Köhler-Osbahr, Bonner Altamerika-Sammlung (BASA)".

Opfer und Totenkulte

Den größten Rahmen der Ausstellung nehmen aber die Themen Transition, also dem Übergang vom Leben zum Tod, sowie Opfer- und Totenkulte ein. So gibt es einen eigenen Raum, in dessen Zentrum eine fast tausend Jahre alte Frauenmumie in hockender Stellung in einem Sandkasten aufgebaut ist. Der Besucher kann sie am pietätvollsten in einem Spiegel oder durch eine Glasscheibe betrachten. Auch Puppen und Figurinen, die im religiösen Leben der Anden-Bewohner eine wichtige Rolle spielten, sind in Vitrinen dort untergebracht, so beispielsweise drei aus der Chancay-Kultur (1100 bis 1500 n.Chr.). Diese wurden neben Keramik-Gefäßen für Speis und Trank und anderen Gegenständen des täglichen Lebens als sogenannte Grabbeigaben den Toten mit auf den Weg gegeben. Der Totenkult der Inkas hatte stets das Bewahren des Lebens für das Jenseits zum Inhalt.

(RP/ac)