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Ausstellung in Duisburg: Mal exakt, mal versponnen

Ausstellung in Duisburg : Mal exakt, mal versponnen

In der Archiv-Galerie DU-Art von Gerhard Losemann und Rita Ehrig sind zur Zeit Arbeiten von Kurt Rehm, Horst Mölleken und Jochen Duckwitz zu sehen.

Gerhard Losemann hat sie alle drei persönlich gut gekannt, die drei Künstler, aus deren Nachlass nun einige besonders schöne Werke in der DU-Art-Galerie zu sehen sind. Diese Archiv-Galerie betreibt Losemann zusammen mit seiner Frau Rita Ehrig seit 2013 am Dellplatz 8. Die drei gemeinten Künstler sind Kurt Rehm (1929 – 2018), Horst Mölleken (1937 – 2020) und Jochen Duckwitz (1942 – 2020). Es waren drei höchst unterschiedliche Persönlichkeiten mit ebenso unterschiedlichen Kunstansätzen.

Kurt Rehm, in der Öffentlichkeit stets korrekt im Anzug und dabei bescheidend auftretend, war auch künstlerisch „ein Pingel“, wie Losemann flapsig sagt. Gemeint ist, dass Rehm mit einer Akribie gearbeitet hat, die schlichtweg nicht übertroffen werden kann. Er schuf mit Nagelschere und Farbpapieren Collagen und Papierschnitte von großer Eleganz und frappierender Dynamik. Auch in seinen Tuschezeichnungen war er unverkennbar. Er war ein herausragender Vertreter eines Stils, den man als „lyrische Abstraktion“ bezeichnen kann. Gleichwohl spielt er in einigen Arbeiten auch mit dem Figürlichen. Da glaubt man zuweilen vage freundliche Gesichter oder kühne Bewegungen von eigentümlichen Wesen (vielleicht Feen?) zu erkennen.

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Horst Mölleken ist derjenige unter den drei Künstlern, der ein wenig in Vergessenheit geraten ist, vermutlich auch, weil er seine letzten Lebensjahre zusammen mit seiner Frau in Kanada, der Heimat seiner Schwiegereltern verbrachte. Mölleken ist in der DU-Art-Galerie zum einen mit gläsernen Objekten vertreten, bei denen das Spiel mit dem Licht, Spiegelungseffekte und Farbvariationen auf faszinierende Weise kombiniert werden. Zum anderen sind auch einige Zeichnungen Möllekens ausgestellt, deren abstrakte Kompositionen die Meisterschaft eines Farbvirtuosen offenbaren. Mölleken dürfte für viele Besucher der Archiv-Galerie eine späte Entdeckung sein.

Jochen Duckwitz, der vor elf Monaten während seiner Ausstellung im Duisserner Botanischen Garten verstorben ist, war ein Künstler, der seinem Namen alle Ehre machte. Viele seiner Werke haben tatsächlich Witz, besitzen hintersinnige künstlerische Pointen. Duckwitz hatte Biologie an der Uni Bonn studiert und anschließend ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf aufgenommen, die er als Meisterschüler von Joseph Beuys verließ. Von Beuys nahm er in seinem eigenständigen künstlerischen Wirken mit, einfache Materialien auf überraschende Weise zu verwenden. Gerne arbeitete Duckwitz dabei mit Fundstücken aus der Natur, die er überaus filigran zu Installationen zusammenfügte. Schön, dass einige dieser „versponnenen“ Arbeiten nun wieder zu sehen sind.

Die Ausstellung in der DU-Art-Galerie kann donnerstags und freitags, jeweils von 18 bis 21 Uhr, kostenlos besichtigt werden.