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Verkehr, Müll und Lärm: Wo die Düsseldorfer wütend sind

Verkehr, Müll und Lärm : Wo die Düsseldorfer wütend sind

Auf der Internetseite "Wutpunkte.de" können Bürger auf einer Karte eintragen, was sie in ihrer Stadt stört. Die Düsseldorfer ärgern sich vor allem über den Verkehr, nicht weggeräumten Müll und Lärm - an 72 Orten in der Stadt.

Aufregen kann man sich über alle möglichen Dinge im Alltag. Über die Müllabfuhr zum Beispiel, die grundsätzlich zu vergessen scheint, die eigene Straße zu reinigen. Oder über jene Hundehalter, die es nicht für nötig halten, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu entfernen. Und natürlich über den Stau auf dem Weg zur Arbeit. Genau diesem Ärger eine Plattform bieten möchte die Internetseite "wutpunkte.de". Auf einer Karte können Bürger dort deutschlandweit markieren, an welchen Orten in ihrer Stadt Missstände herrschen. Düsseldorf hat derzeit gut 72 solcher Wutpunkte.

"Als im Rahmen des ersten Blitzmarathons Bürger aufgerufen wurden, Wutpunkte zu nennen, an denen die Geschwindigkeit gemessen werden soll, kamen wir auf die Idee, das auf alle Ärgernisse auszuweiten", sagt Alexander Braden. Gemeinsam mit zwei Freunden hat der 22-Jährige, der derzeit Betriebswirtschaftslehre in Düsseldorf studiert, die Plattform gegründet.

Erklärtes Ziel des Trios: Bürger ermutigen, Missstände anzusprechen und sich darüber auszutauschen. "Dabei geht es uns nicht nur ums Aufregen, sondern auch darum, Verbesserungsvorschläge zu machen und sich gegenseitig Tipps zu geben", sagt der Wutpunkte-Erfinder.

In Düsseldorf ärgern sich die meisten Nutzer der Internetseite über den Verkehr. Staus, falsch geschaltete Ampeln und wildes Parken gehören zu den häufigsten Beschwerden, die auf der Wutpunkte-Seite eingehen. In Lichtenbroich wird zum Beispiel laut einem Nutzer zu sehr gerast: "Die Autos fahren mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Niederbeckstraße und den Buchholzer Weg, die durch beidseitig parkende Autos sowieso schon ziemlich schmal sind", schreibt er.

Am Mörsenbroicher Ei hat ein anderer Nutzer ebenfalls ein Problem entdeckt: "Von der Münsterstraße auf den Nördlichen Zubringer in Richtung A52 abbiegende PKW missachten ständig die ,Vorfahrt' der Fußgänger an der Fußgängerampel", heißt es. Auf der Neusser Straße hielten sich viele nicht ans absolute Halteverbot, auf den Radwegen am Rheinufer tummelten sich zu viele Fußgänger - die Beschwerden sind vielfältig. "Dass besonders der Verkehr so aufregt, ist nicht bloß ein Düsseldorfer Phänomen. Wir beobachten das deutschlandweit", sagt Braden.

Ebenfalls ein Ärgernis vieler Düsseldorfer: Hundekot. In Pempelfort rund um den Kolpingplatz nennen gleich mehrere Nutzer dieses Problem. "Bevorzugte Gegend für rücksichtslose Hundehalter, die ihren Hund hier mitten auf den Bürgersteig machen lassen", schreibt zum Beispiel einer der Kritiker.

Ein anderes Dauerthema ist die Torfbruchstraße in Gerresheim: "Es ist unglaublich! Seit gefühlten 100 Jahren wird diese Straße einfach nicht saniert. Man kommt sich vor wie auf einer Buckelpiste im Skiurlaub", ärgert sich ein Nutzer. Und natürlich haben auch die Fluglärmgegner aus Düsseldorfs Norden längst die Internetseite für sich entdeckt.

Aber was passiert eigentlich, nachdem die Wutpunkte markiert wurden? "Einige Punkte werden mit der Zeit von den Städten behoben, entweder weil die zuständigen Stellen auf uns aufmerksam werden oder selbst auf die Missstände hingewiesen werden", sagt Alexander Braden. Dann würden die Wutpunkte auch wieder von der Karte entfernt. Andere Beschwerden bleiben, wie zum Beispiel die über Fluglärm oder Dauerbaustellen.

(RP)