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Ski-Weltcup: Warum die Langläufer Düsseldorf mögen

Ski-Weltcup : Warum die Langläufer Düsseldorf mögen

Am Rheinufer in der Altstadt laufen die letzten Vorbereitungen für den Ski-Weltcup. Für die Sportler sind die Rennen in Düsseldorf vor allem wegen der Zuschauerzahl ein besonderes Erlebnis: Rund 200.000 Zuschauer werden erwartet - vor so vielen Menschen treten auch Spitzen-Wintersportler sonst selten an.

Herbstliche Temperaturen, grüne Pisten und kahle Hänge - landauf, landab stöhnen die Wintersportler über Schneemangel. Nicht so in Düsseldorf, ausgerechnet die Metropole am Rhein zählt am Wochenende zu den schneesichersten Orten in Mitteleuropa.

Auch das für die Jahreszeit sehr milde Wetter ist für die Veranstalter kein großes Problem. "Zum jetzigen Zeitpunkt müssen wir uns keine Sorgen machen. Die Wetterverhältnisse sind nicht ideal, aber wir versuchen trotzdem eine perfekte Strecke bereitzustellen", sagte Organisationschef August Pollen auf einer Pressekonferenz am Freitag.

120 LKW-Ladungen mit 4000 Kubikmetern Schnee haben das Rheinufer in der Nähe des Schlossturms wieder in ein kleines Wintersport-Paradies verwandelt. Düsseldorf ist gerüstet für das kleine Jubiläum, der zehnten Auflage des Langlauf-Weltcups.

Was mit einer verrückten Idee begann, hat sich längst zu einer Tradition entwickelt. "Düsseldorf war die erste Metropole, die dieses aufwändige Unterfangen in dieser Größenordnung in Angriff genommen hat. Mit großem Erfolg, wie sich gezeigt hat. Mittlerweile ist diese Form der Rennen etabliert, es gibt ähnliche Veranstaltungen zum Beispiel in Stockholm, Drammen und anderen Städten. Düsseldorf ist und bleibt aber das Zugpferd", sagt Bundestrainer Jochen Behle.

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Für die Sportler sei es nach wie vor ein großes Erlebnis, vor einer derartigen Kulisse zu laufen. Rund 200.000 Besucher verfolgten in den vergangenen Jahren die Rennen rund um die 830 Meter lange Sprintstrecke. "Die Atmosphäre ist eine besondere, und die meisten unserer Rennen finden nicht ansatzweise vor so einer Zuschauerzahl statt", ergänzt Behle.

Kunstschnee hält fast jeder Witterung stand

Und eine Sorge ist der Bundestrainer am Wochenende auch los. Der in der Skihalle Neuss produzierte Schnee hält nahezu jeder Witterung statt. Denn die hohen Temperaturen haben Behle und seinem Team in den vergangenen Wochen des Öfteren einen Strich durch die Rechnung.

Der Weltcup-Auftakt in Norwegen wurde wegen Schneemangels in Beitostölen mit der Verlegung nach Sjusjön nahe Lillehammer erst in letzter Sekunde gerettet, und auch sonst war die Suche nach Schnee ernüchternd. So mussten die deutschen Langlauf-Asse um Tobias Angerer wochenlang den Skitunnel in Oberhof beackern.

Die deutschen Top-Stars wird Düsseldorf aber bis auf Jens Filbrich bei den Wettkämpfen am Wochenende nicht zu Gesicht bekommen. Die Distanzspezialisten Angerer, Axel Teichmann oder Nicole Fessel absolvieren in diesen Tagen ein Trainingslager in Italien.

"Den Weltcup in Düsseldorf bestreiten wir ganz bewusst mit unseren Sprintspezialisten. Wir haben in den vergangenen zehn Jahren gesehen, dass dort auch immer wieder Überraschungen möglich sind", sagt Behle.

Wenzl stand schon 2007 ganz oben

So ruhen die deutschen Hoffnungen in erster Linie auf Josef Wenzl, der bereits 2007 schon einmal ganz oben auf dem Podest gestanden hatte. "Wenn ich das umsetze, was ich in den vergangenen Wochen im Training gezeigt habe, dann sollte ich den Prolog überstehen. Und dann ist das Ziel ein Platz unter den Top-15. Die Motivation ist jedenfalls da", sagt Wenzl.

Ein Erfolgserlebnis täte den deutschen Langläufern gut, denn bislang verliefen die ersten Rennen in dieser Saison noch nicht wunschgemäß. Bei den ersten beiden Weltcups reichte es noch nicht zu einer Top-Ten-Platzierung.

Mehr zum Ski-Weltcup lesen Sie in unserem Special.

(DAPD)